Flughafen Zürich
Gebührenstreit: Flughafen und Fluggesellschaften einigen sich

Der Flughafen Zürich ist bereit, die Passagiergebühren zu senken – das letzte Wort hat das Bundesamt für Zivilluftfahrt

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Einigung am Flughafen.

Einigung am Flughafen.

Keystone

Im Gebührenstreit zwischen dem Flughafen Zürich und den Fluggesellschaften gibt es eine Einigung: Der Flughafen ist bereit, die Passagiergebühren zu senken. Seit 2013 streitet der Flughafen Zürich mit den Fluggesellschaften Swiss, Lufthansa, Edelweiss Air, Austrian Airlines und Germanwings über die Höhe der Gebühren, die pro Ticket anfallen. Die heutigen Gebühren von 36.40 Franken sind den Airlines viel zu hoch. Sie zogen den Fall bis vor Bundesverwaltungsgericht, das ihnen Anfang Juli dieses Jahres teilweise Recht gab. Wie aus der gestern veröffentlichten Halbjahres-Meldung des Flughafens hervorgeht, könnte der Streit nun bald beendet sein.

Der Flughafen hat sich mit den Beschwerdeführerinnen auf einen neuen Vorschlag geeinigt. Die Gebühren sollen gesenkt werden, um insgesamt rund 40 Millionen Franken pro Jahr. Um wie viel die Gebühren pro Passagier sinken sollen, ist noch nicht bekannt. Dieser Vorschlag soll nun beim Bundesamt für Zivilluftfahrt (BAZL) eingereicht werden. Dieses wird dann definitiv entscheiden.

Teurer Lärmschutz drückt Gewinn

Derweil haben Rückstellungen für Lärmschutzmassnahmen den Gewinn des Flughafens um mehr als die Hälfte einbrechen lassen. Der Umsatz erhöhte sich zwar um 3,3 Prozent auf 468,7 Millionen Franken. Sowohl die Erträge im Fluggeschäft wie auch im Nichtfluggeschäft, das vor allem den Betrieb des zweitgrössten Einkaufszentrums der Schweiz umfasst, entwickelten sich positiv. Zur Umsatzsteigerung von 3,8 Prozent im Fluggeschäft hätten höhere Passagierzahlen und Strukturveränderungen beigetragen, hiess es auf Anfrage.

Dennoch brach der Gewinn der Flughafenbetreiberin gegenüber dem Vorjahr auf 40,3 Millionen Franken ein. Der Rückgang ist auf eine Rückstellung von 100 Millionen Franken für das erweiterte Schallschutzprogramm zurückzuführen. Diese war nötig geworden, weil die Erweiterung des vom BAZL eingeforderten Lärmschutzprogramms teurer wird als ursprünglich veranschlagt. Die Kosten für den Lärm- und Anwohnerschutz waren zuerst auf 240 Millionen Franken geschätzt worden. Jetzt sind es 100 Millionen mehr.

Dafür profitierte der Flughafen von der höheren Passagierzahl. Im ersten Halbjahr nutzten insgesamt 12,2 Millionen Passagiere den Flughafen als Ausgangs-, Umsteige- oder Zielort ihrer Flugreise. Das sind 2,7 Prozent mehr als im Vorjahr. Rückläufig war dagegen der Frachtgüterumschlag, er verminderte sich um 4,3 Prozent auf 202 640 Tonnen. Die Anzahl Flugbewegungen blieb praktisch unverändert.(sda)