Live-Fernsehübertragungen in bestehenden Restaurants und Cafés sind ohne formelle Bewilligung erlaubt, wie das Polizeidepartement der Stadt Zürich am Mittwoch mitteilte. Man habe gute Erfahrungen gemacht mit diesem Konzept. Gewisse «bewährte» Bedingungen müssen aber eingehalten werden.

So dürfen Fernsehgeräte höchstens eine Bildschirmdiagonale von drei Metern haben und keine Lautsprecheranlagen aufgestellt werden. Zudem muss die Sicherheit gewährleistet werden und die TV-Geräte müssen 15 Minuten nach Spielschluss ausgeschaltet werden. Die Übertragungserlaubnis gilt nur für Fussballspiele der EM 2012.

Bewilligung für Public Viewings

Wer in Zürich hingegen ein Public Viewing, eine Übertragung auf Grossleinwand mit Lautsprechern, veranstalten will, braucht dafür eine Bewilligung.

«Es wäre gut, wenn wir diese Gesuche möglichst bald hätten», sagte der Sprecher des Polizeidepartements, Reto Casanova, gegenüber der sda. Der Antrag müsse mindestens drei Monate vor Beginn der Aufbauarbeiten eingereicht werden.

Als Organisatoren von Public Viewings können beispielsweise Quartier- oder von der Stadt unterstützte Vereine auftreten. Ausnahmebewilligungen auf Privatgrund sind möglich. Neben dem Gesuch müssen auch ein Belegungsplan sowie Konzepte für Sicherheit, Schall- und Lärmschutz, Abfall und Verkehr eingereicht werden.

Für Public Viewings auf öffentlichem Grund gelten zusätzliche Bestimmungen. So werden hier keine Zelte oder Überdachungen genehmigt. Die Gebühren hängen von der Lage und dem Aufwand der Dienststellen ab.

Fussball-EM ohne die Schweiz

Grundsätzlich keine Genehmigung erteilt wird für den Sechseläutenplatz, die Seeuferanlagen, die Allmend und für Plätze, die aus verkehrstechnischen Gründen nicht geeignet sind. Die notwendigen Formulare gibt es bei der Stadtpolizei oder auf deren Homepage unter www.stadtpolizei.ch.

Die Fussball-EM findet in Polen und der Ukraine statt und dauert vom 8. Juni bis am 1. Juli. Da die Schweizer Nationalmannschaft die Qualifikation nicht geschafft hat, geht das Polizeidepartement davon aus, dass der Anlass weniger Beachtung finden wird als etwa die Euro 08 und dass deshalb weniger Gesuche für Public Viewings eingehen werden.