Bis nach Zürich-Oerlikon war die Rauchsäule am Donnerstagmorgen zu sehen. Vor Ort an der Badenerstrasse war hingegen zeitweise kaum etwas zu sehen: Dicke, tiefschwarze Rauchschwaden quollen aus einer Autolagerhalle, die lichterloh brannte. Die Flammen loderten zeitweise bis zu 25 Meter hoch in den Himmel.

Ganze Trauben von Schaulustigen drängten in die Nähe des Brandplatzes, um das spektakuläre Flammeninferno mit Handys und Kameras festzuhalten. Kleine Kohlestücke wurden vom Wind über die Gleise geweht und fielen auf die Areale der umliegenden Firmen. Immer wieder hörte man Explosionen. Nach und nach stürzte die Lagerhalle ein, bis nur noch einige Stahlträger übrig blieben.

150 Personen im Einsatz

Ausgebrochen war der Brand um 9.15 Uhr in einer Werkstatt mit Autos. Alle Personen, die sich im Gebäude befanden, konnten evakuiert werden. Verletzt wurde niemand.
Im Einsatz stand ein Grossaufgebot von rund 150 Personen, wie Stefan Oberlin, Mediensprecher der Kantonspolizei Zürich, gegenüber der Limmattaler Zeitung sagte.

Vor Ort waren die Feuerwehren Schlieren, Urdorf, Dietikon, die von Löschzügen der SBB unterstützt wurden, Schutz & Rettung, das Forensische Institut Zürich sowie Zivilschutz und Sanität. Rund eineinhalb Stunden dauerte es, bis der Brand unter Kontrolle war, zweieinhalb Stunden, bis er gelöscht war. Für die Feuerwehren seien die Löscharbeiten eine «grosse Herausforderung» gewesen.

Die Brandursache ist noch nicht geklärt. Der Brandermittlungsdienst der Kantonspolizei hat jedoch bereits erste Abklärungen vorgenommen. Am Nachmittag wurden drei Slowaken im Alter von 27, 30 und 36 Jahren zur Überprüfung verhaftet. Die Personen hätten sich zur Zeit des Brandausbruchs in der Nähe aufgehalten, sagte Oberlin auf Anfrage. Was aus der Verhaftung resultiere, könne noch niemand sagen: «Von null bis hundert ist alles möglich.»

Laut Oberlin bestand trotz der massiven Rauchentwicklung zu keiner Zeit eine Gefahr für die Bevölkerung. Chemiespezialisten der Feuerwehr führten in der Umgebung des Brandortes mehrere Luftmessungen durch. Die Luftqualität sei als in Ordnung befunden worden, so Oberlin: «Wir hatten Glück, dass der Wind gedreht hat.» Zudem sei der Rauch sehr schnell aufgestiegen, so der Sprecher der Kantonspolizei.

Totalunterbruch der Bahn

Da sich der Brand in unmittelbarer Gleisnähe befand, verursachte er stundenlang massive Störungen im Bahnverkehr. Betroffen waren zahlreiche Züge und S-Bahnen und selbst der TGV Zürich-Paris sowie die Züge Zürich-Basel und Zürich-Bern; gewisse Züge wurden umgeleitet.

Zwischen Schlieren-Glanzenberg setzte ein Totalunterbruch stundenlang alle Züge ausser Gefecht. «Aus Sicherheitsgründen mussten wir die Fahrleitungen aller vier Gleise ausschalten», sagte SBB-Mediensprecherin Franziska Frey. Zwei davon konnten um 15.30 Uhr wieder in Betrieb genommen werden, um 16.30 Uhr waren wieder alle Gleise befahrbar.

Selbst auf der Strasse löste der Brand Chaos aus: Der Abschnitt um den Brandherd wurde abgesperrt und Autofahrern wurde empfohlen, Schlieren grossräumig zu umfahren. Auch Busse fielen aus.

Lebenswerk zerstört

Rami Farhat, Besitzer des Autohandels auf dem Gelände, konnte nur noch zusehen, wie all seine Fahrzeuge in Flammen aufgehen. «Zuerst war Rauch auf dem Dach. Dann wurde das Feuer immer grösser und grösser», schildert er gegenüber TeleZüri.

Auch für Garagenbesitzer Hans Brügger ist der Grossbrand eine Katastrophe. Seit 50 Jahren führt er den Betrieb. «Das war mein Leben hier», so der erschütterte Unternehmer. Er habe für diese Garage gelebt. Nun sei alles vorbei.

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