67'590 legten ein Ja in die Urne, 58'078 ein Nein. Der Ja-Anteil betrug 53,8 Prozent. Die Stimmbeteiligung lag bei 55,9 Prozent. Einzig der Kreis 10 (Höngg) lehnte die Vorlage mit 7846 Nein gegen 7071 Ja ab. Die Hochhäuser beeinträchtigen die Aussicht.

Die Fussballclubs FCZ und GC werden also den Letzigrund, ein Leichtathletik- und Event-Stadion, verlassen und auf dem Hardturm-Areal eine neue Heimat in einem richtigen Fussballstadion erhalten.

Auf dem Hardturm-Areal in Zürich soll nach dem Willen der Stimmberechtigten wieder ein Fussballstadion stehen. Hinzu kommen Genosschenschaftswohungen und zwei Hochhäuser. Mit diesen wollen private Investoren das Stadion finanzieren.

Auf dem Hardturm-Areal in Zürich soll nach dem Willen der Stimmberechtigten wieder ein Fussballstadion stehen. Hinzu kommen Genosschenschaftswohungen und zwei Hochhäuser. Mit diesen wollen private Investoren das Stadion finanzieren.

Dort sollen dann die Stimmung an den Spielen und die Einnahmen für die Clubs besser werden, hoffen diese. Das neue Stadion soll 2022 fertig sein. Der erste Ball könnte in der Saison 2022/23 rollen. Die Hochhäuser und der gemeinnützige Wohnungsbau werden etappiert ab 2023 fertiggestellt.

Ja zu Fussballstadion: «Mir fällt ein grosser Stein vom Herzen!»

Ja zu Fussballstadion: "Mir fällt ein grosser Stein vom Herzen!"

Der FDP Stadtparteipräsident Severin Pflüger ist erleichtert beim Anblick auf die Stimmergebnisse. Nun kann ein jahrelanger Wunsch in Angriff genommen werden.

Dieser Zeitplan dürfte allerdings ins Wanken geraten: Hängig ist einerseits ein Rekurs vor Verwaltungsgericht gegen die Informationspolitik in der Abstimmungszeitung, andrerseits stehen insbesondere die Hochhäuser in der Kritik. Der Ball landet also bei den Gerichten.

Ja zum Stadion: Grosse Freude bei den Zürcher Fussball-Präsidenten

Ja zum Stadion: Grosse Freude bei den Zürcher Fussball-Präsidenten

Ein 20-jähriger Kampf ist vorerst vorbei. GC-Präsident Stephan Anliker und FCZ-Präsident Ancillo Canepa fällt ein riesiger Stein vom Herzen.

Denn als Maximalhöhe gelten in der Hochhauszone 80 Meter. Das "Ensemble" benötigt folglich eine Bewilligung für zusätzliche 57 Meter. Um diese zu erhalten, muss das Projekt gestalterisch und städtebaulich besonders überzeugen. Darüber dürften letztlich die Gerichte befinden.

Zudem ist noch eine SP-Initiative für ein von der Stadt finanziertes Stadion hängig. Die SP-Geschäftsleitung wird an ihrer Sitzung vom 6. Dezember über das weitere Vorgehen entscheiden, wie es auf Anfrage von Keystone-SDA hiess.

Dreiteiliges Ensemble

Das an der Urne abgesegnete Projekt "Ensemble" der Investoren HRS, Immobiliengefässe der Credit Suisse sowie Allgemeine Baugenossenschaft Zürich (ABZ) besteht aus drei Teilen, verteilt auf die drei Baufelder A, B und C.

Es sieht auf dem rund 55'000 Quadratmeter grossen Areal 174 Genossenschaftswohnungen (Teilgebiet A), ein Stadion für rund 18'000 Zuschauer (Teilgebiet B) und zwei 137 Meter hohe Wohn- und Bürotürme mit rund 600 Wohnungen vor (Teilgebiet C). Die gesamten Investitionen belaufen sich auf rund 570 Millionen Franken.

Der Investor will mit den Wohntürmen das Stadion querfinanzieren. Dadurch muss sich die Stadt weder am Bau noch am Betrieb finanziell beteiligen. Mit einem reduzierten Baurechtszins auf dem Baufeld C, auf dem die Türme stehen werden, unterstützt sie das Projekt aber dennoch. Denn aus der Reduktion resultiert ein wiederkehrender Einnahmenverzicht von jährlich maximal 1,7 Millionen Franken.

Diesen haben die Stimmberechtigten nun abgesegnet. Ebenso sagten sie Ja zur Gewährung von Baurechten und zur Übertragung der Grundstücke A und B vom Finanz- ins Verwaltungsvermögen.

Für den Übertrag musste ein Objektkredit von gut 50 Millionen Franken bewilligt werden. Denn der Übergang vom Finanz- ins Verwaltungsvermögen ist wie eine Ausgabe zu behandeln und musste deshalb von den Stimmberechtigten bewilligt werden. Grundstück C bleibt im Finanzvermögen der Stadt.