Zürich
Für manche Laienrichter ist die Herausforderung zu gross

Als Nicht-Jurist einen Richterposten zu besetzen ist nicht so einfach, wie es scheint. Das zeigt unter anderen das Beispiel eines Ustermer Laienrichter, der vor dem Obergericht eine vorzeitige Entlassung beantragt hat.

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Der Verurteilte hat will das Strafmass des Obergerichts nicht akzeptieren. (Archiv).

Der Verurteilte hat will das Strafmass des Obergerichts nicht akzeptieren. (Archiv).

Keystone

Der Richter habe seinen Wunsch damit begründet, dass ihm die Voraussetzungen für das anspruchsvolle Amt fehlen, schreibt der «Tagesanzeiger» gemäss Aussage des Leitenden Gerichtsschreibers von Uster, Urs Konrad. Der Mann sei trotz «Sondersetting», bei dem ihn ein Gerichtsschreiber unterstützt habe, nicht so vorwärts gekommen in der Richterarbeit, wie er sich das vorgestellt habe. Und auch die Doppelbelastung durch das zusätzliche 50 %-Pensum sei dem erfahrenen Polizisten zu viel geworden.

Das Gesuch werde nun von der Verwaltungskommission des Obergerichts behandelt. Dabei handle es sich durchaus nicht um einen Einzelfall, schreibt der «Tagesanzeiger»: Bereits 2010 habe ein Laienrichter in Horgen ähnliche Erfahrungen gemacht und sein Amt nach nur drei Monaten wieder aufgegeben.
So verlangt dann auch eine parlamentarische Initiative von SP, CVP, FDP, GLP und den Grünen, dass nur noch Bezirksrichter mit juristischer Ausbildung zugelassen werden sollen. (fwa)