Menschenhandel
Für Frauen, die aus Gewaltsituationen ausbrechen: Neue Schutzwohnung eröffnet

Die Zürcher Fachstelle Frauenhandel und Frauenmigration (FIZ) hat im vergangenen Jahr 229 Betroffene in ihrem Opferschutzprogramm Makasi betreut. Die FIZ reagiert auf die hohen Fallzahlen und eröffnet eine weitere betreute Schutzwohnung für Opfer von Frauenhandel.

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Demonstration gegen Frauenhandel in Bern (Archiv)

Demonstration gegen Frauenhandel in Bern (Archiv)

Keystone

Die neue Schutzwohnung bietet sechs zusätzliche Plätze für die sogenannte erste Phase. Hier werden Frauen nach dem Ausbruch aus der Gewaltsituation für maximal sechs Monate aufgenommen. In dieser Zeit benötigen sie eine intensive Begleitung, wie die FIZ am Dienstag mitteilte.

Seit drei Jahren verzeichnet das Opferschutzprogramm hohe Fallzahlen. 2014 waren es 226 Fälle. 229 Schutzsuchende wurden im vergangenen Jahr registriert, davon waren 95 neue und 134 weiterlaufende Fälle aus den Vorjahren.

Am meisten Frauen wies wiederum die Polizei zu. Dies sei sicherlich ein Erfolg der Sensibilisierungskampagne der FIZ und des Bundes, heisst es in der Mitteilung. Allerdings nehmen die Zuweisungen durch die Polizei über die Jahre gesehen ab.

Es brauche nicht nur sensibilisierte Beamtinnen und Beamte, sondern auch den politischen Willen der Kantonsregierungen, die nötigen finanziellen und personellen Ressourcen für Ermittlungen im Bereich Menschenhandel zur Verfügung zu stellen und spezialisierte Polizeieinheiten einzurichten.

Bei der Beratungsstelle für Migrantinnen suchten 359 Frauen Rat. Von diesen kamen 237 zum ersten Mal zur FIZ. Im Vorjahr waren es zwar mit 425 Migrantinnen deutlich mehr, doch der Beratungsaufwand blieb etwa gleich, wie es im Jahresbericht der FIZ heisst.

Wegen der Aufhebung des Cabaret-Statuts benötigte die Beratung von Cabaret-Tänzerinnen erheblich mehr Zeit und auch die Beratung der Sexarbeiterinnen ist aufwändiger geworden.