Oetwil
Für den Rekord muss der Dummie über 101,46 Meter fliegen

Vor zwei Wochen warf der Finne Ere Karjalainen ein altes Nokia-Handy auf die Rekordweite von 101,46 Metern. Geht es nach den Veranstaltern des Oetwiler Kellerfestes, soll letzterer Rekord schon bald Geschichte sein.

Sandro Zimmerli
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Patrick Merçay wird beim Handy-Wurf von Hubert Boog beobachtet.

Patrick Merçay wird beim Handy-Wurf von Hubert Boog beobachtet.

In 9,58 Sekunden absolvierte der Jamaikaner Usain Bolt die 100 Meter bei seinem Weltrekord 2009 in Berlin. Der kubanische Hochspringer Javier Sotomayor überquerte 2,45 Meter bei seinem Rekord 1993 in Salamanca.

«Eine typische Stammtischidee»

Der Traditionsanlass im historischen Dorfkern wartet dieses Jahr mit einem besonderen Programmpunkt auf – einem Handy-WeitwurfWettbewerb.

«Wir suchten nach Ideen den Samstagnachmittag noch attraktiver zu gestalten. Jemand aus unserem Team schlug einen Handy-Weitwurf vor», sagt Patrick Merçay, im Organisationskomitee für Werbung verantwortlich.

«Der Weitwurf ist eine typische Stammtischidee», ergänzt Hubert Boog, der das OK bei der Werbung unterstützt.

Der Wettkampf wird auf der alten Landstrasse durchgeführt, und damit in unmittelbarer Nähe zum Festgelände. «Wir wollen den Weitwurf bewusst ins Gesamtprogramm integrieren und nicht einen separaten Veranstaltungsort schaffen», so Merçay.

Das Programm am Samstag, mit Kinderflohmarkt, Brunch, Kinderschminken und Ballonflugwettbewerb, sei hauptsächlich für Familien zusammengestellt. Da passe ein illusterer Wettkampf, wie der Handy-Weitwurf gut ins Konzept.

Mitmachen am Weitwurf kann jedermann. Jeder Teilnehmer kann mehrmals werfen. Allerdings muss er sich nach einem Wurf wieder hinten anstellen.

«Damit wollen wir gewährleisten, dass möglichst viele Leute zum Werfen kommen», sagt Merçay. Immerhin sei es ja das Ziel, den bestehenden Weltrekord zu knacken.

Das dürfte aber kein leichtes Unterfangen werden, wie Merçay aus eigener Erfahrung weiss. «Ich habe bereits einige Trainingswürfe absolviert und das Handy rund 56 Meter weit geworfen», sagt er. Zum Rekord würde also noch einiges
fehlen.

Rund 300 Handys liegen bereit

Nebst der Gewissheit, dass er noch mehr trainieren muss, um den Weltrekord zu brechen, weiss Merçay nach den ersten Probewürfen auch, dass kaum ein Handy einen zweiten Einsatz erleben wird.

Gut, dass die Teilnehmer nicht ihre eigenen Mobiltelefone mitbringen müssen. Die Organisatoren haben in der Firma Auratel aus Geroldswil einen Handy-Sponsor gefunden.

«Wir haben rund 300 Handys erhalten. Es handelt sich dabei um sogenannte Dummies», so Merçay. Das seien Telefone ohne Elektronik, die mit einer Bleiplatte bestückt seien.

Für den korrekten Ablauf des Wettkampfes sei überdies der Oetwiler Gemeindeschreiber Pierluigi Chiodini besorgt. «Er wird die Weiten notieren», sagt Merçay.

Nebst dem Handy-Weitwurf hält das diesjährige Kellerfest eine weitere Neuerung bereit. Der Shuttle-Bus, der sich in den letzten Jahren bewährt hat und die Besucher bis nach Unterengstringen chauffierte, wird neu auch nach Würenlos fahren. «Es muss also niemand mit dem Auto kommen», so Merçay.

Das Kellerfest findet am 7. und 8. September statt. Der Handy-Weitwurf-Wettbewerb wird am Samstag zwischen 14 Uhr und 15.30 Uhr durchgeführt.