Jahresarbeitszeit
Für das Lehrpersonal soll künftig eine Jahresarbeitszeit gelten

Aufgaben, die sie zusätzlich zum eigentlichen Unterricht erledigen, sollen einbezogen werden. Der Zürcher Kantonsrat hat am Montag die entsprechenden Gesetzesänderungen durchberaten.

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(Archivbild)

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Keystone

Für die Lehrerinnen und Lehrer der Zürcher Volksschule soll künftig eine Jahresarbeitszeit gelten.

Der Berufsauftrag der Lehrerinnen und Lehrer soll sich nicht mehr nach der Wochenunterrichtszeit sondern nach der Jahresarbeitszeit richten. Bisher wurden all die vielfältigen Tätigkeiten, welche Lehrpersonen neben dem Unterrichten erledigen müssen, nicht in deren Berufsauftrag einbezogen.

Zu ihrem Arbeitspensum dazugezählt werden sollen neu also auch Aufgaben wie beispielsweise die Bibliotheks-Betreuung, Besprechungen mit Hortnerinnen oder Schulpsychologen, Elterngespräche oder der Besuch von Weiterbildungskursen.

«Mit dem neuen Berufsauftrag wird gesetzlich nachvollzogen, was bereits gelebte Realität ist», sagte Ralf Margreiter (Grüne, Zürich). Mit der Vorlage werde die Tätigkeit der Lehrpersonen klarer definiert. «Dies schafft Transparenz und Vergleichbarkeit», sagte der Präsident der Kommission für Bildung und Kultur (KBIK).

Die SVP beantragte am Montag, nicht auf die Vorlage einzutreten. Ausser der GLP unterstützte jedoch niemand diese Forderung, sie wurde mit 101 zu 69 Stimmen abgelehnt.

Der Berufsauftrag bringe keinen Mehrwert für den Unterricht, begründete Rochus Burtscher (SVP,Dietikon) den Antrag seiner Partei. Die Vorlage sei «ein weiterer Schritt in Richtung bürokratische Administration». Die SVP bemängelte zudem, dass wichtige Einzelfragen wie etwa die Arbeitszeiterfassung erst auf Verordnungsstufe geregelt werden sollen.

Heftig diskutiert wurde in der Debatte denn auch die Detailumsetzung des Berufsauftrages, insbesondere die Festlegung der anrechenbaren Arbeitszeit der einzelnen Aufgabenbereiche. Die Umsetzung dieser Details erfolgt später auf Verordnungsstufe. Die KBIK verlangt vom Regierungsrat, dass diese Bestimmungen dem Kantonsrat vorgelegt werden.