Zürich
Fünfte Ferienwoche für Angestellte des Kantons

Die Angestellten des Kantons Zürich sollen künftig mindestens fünf Wochen Ferien erhalten. Dies verlangt die Volksinitiative «Für faire Ferien». Am Donnerstag eröffnete ein überparteiliches Komitee den Abstimmungskampf.

Merken
Drucken
Teilen
Pflegepersonal und Polizisten sollen fünf Wochen Ferien haben

Pflegepersonal und Polizisten sollen fünf Wochen Ferien haben

Keystone

Die Initiative von VPOD und Kaufmännischem Verband (KV) Zürich verlangt, dass allen kantonalen Angestellten ein Minimum auf fünf Wochen Ferien zugestanden wird. Dieser Anspruch soll im Personalgesetz festgeschrieben werden. Auf fünf Ferienwochen kommen Angestellte heute erst ab 50 Jahren.

Vor allem für Pflegepersonal und Polizeiangehörige

Mit dem Volksbgehren zielen die Initianten in erster Linie auf jene Beschäftigten im öffentlichen Dienst, die regelmässig Schichtarbeit verrichten. Vor allem das Pflegepersonal und Polizeiangehörige seien permanent grossen Belastungen ausgesetzt, stellte VPOD-Regionalsekretär Christoph Lips vor den Medien fest.

Zur Umsetzung der Initiative müssten neue Stellen geschaffen werden, sagte Lips weiter. Wie viele, sei schwierig zu sagen. In den Genuss von fünf Wochen Ferien kämen rund 40'000 Personen, der Staatshaushalt würde um 40 Millionen Franken zusätzlich belastet.

Pflegenotstand beheben

Das San10-Sparpaket der Regierung habe zu einem «Pflegenotstand» geführt, sagte Priska Braun, Pflegefachfrau und Vorstandsmitglied beim VPOD. Einerseits seien Stellen gestrichen worden, anderseits dürften aus ökonomischen Gründen keine Betten geschlossen werden. «Wir finden nicht genügend Personal», sagte Braun.

Viele der ausgebildeten Pflegefachkräfte seien bereits nach kurzer Zeit desillusioniert und kehrten dem anstrengenden Beruf wieder den Rücken. Braun führt dies auf die schlechten Rahmenbedingungen zurück. Diese hätten zur Folge , dass die Qualität der Pflege nicht mehr gewährleistet sei.

Vier Wochen Ferien seien zuwenig, um die gesundheitliche Balance aufrecht zu erhalten. Um gesund zu bleiben, reduzieren heute viele Angestellte ihr Pensum und nehmen wirtschaftliche Einbussen in Kauf, wie Braun weiter sagte. «Das kann keine Lösung sein.»

Regierungsrat anerkennt Handlungsbedarf

Dass im Bereich der Ferienregelung Handlungsbedarf besteht, anerkennt auch der Regierungsrat, wie Peter Reinhard, Präsident des Verbands der Kantonspolizei Zürich (VKPZ) und EVP-Kantonsrat, erklärte. Den Vorschlag der Regierung, die fünfte Ferienwoche gestaffelt innert fünf Jahren einzuführen, habe die vorberatende Kommission des Kantonsrats jedoch abgelehnt.

Ohne vernünftige Kompensationsmöglichkeiten sei es der Polizei nicht möglich, immer mehr Einsätze bei Sportanlässen oder Demonstrationen zu leisten. Wer die ständige Einsatzbereitschaft der Polizei wolle, der müsse sich bewusst sein, dass dies etwas koste. «Ein feuchter Händedruck reicht als Dank nicht aus.»