Neue Regierungsräte

Für Jugend, Sport und Alternativenergie

Mario Fehr (links) und Martin Graf: Ihre Netzwerker-Qualitäten werden sie in der Regierung brauchen.  key Mario Fehr (links) und Martin Graf: Ihre Netzwerker-Qualitäten werden sie in der Regierung brauchen.  key

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Während 13 Jahren sassen sie zusammen im Stadtrat der Zürcher Vorortsgemeinde Adliswil: Was Mario Fehr und Martin Graf als Stadträte für Spuren hinterliessen.

Mario Fehr (SP) wirkte angespannt bei seinem ersten Auftritt mit den künftigen Regierungsrats-Kollegen am Sonntag im Zürcher Wahlzentrum. Erst als ihn Gesundheitsdirektor Thomas Heiniger (FDP) freundschaftlich gegen die Brust boxte, breitete sich ein Lächeln auf Fehrs Gesicht aus. Die beiden kennen sich seit langem: Während 13 Jahren sassen sie zusammen im Stadtrat der Zürcher Vorortsgemeinde Adliswil. Fehr war dort von 1994 bis 2010 zuständig fürs Ressort Jugend und Sport. Auch der zweite Neuling im Zürcher Regierungsrat hat Exekutiverfahrung in einer Kleinstadt gesammelt: Martin Graf (Grüne) ist seit 1998 Stadtpräsident von Illnau-Effretikon. Vorher war er während vier Jahren als Stadtrat für Gesundheit und Umwelt zuständig.

Welche Spuren haben Fehr und Graf als Regierende in Adliswil und Illnau-Effretikon hinterlassen?

«Manchmal blieb sein Platz leer»

«Fehr hat sich sehr für die Vereine und den Sport engagiert», sagt Walter Müller, der für die Freien Wähler im Adliswiler Stadtrat sitzt. «Dass alle Sportanlagen den Vereinen kostenlos zur Verfügung stehen, ist sein Verdienst.» Fehrs Engagement für den Sport sei eng verbunden gewesen mit jenem für die Adliswiler Jugendarbeit, wie Harald Huber (FDP) erwähnt, der seit 2007 Stadtpräsident von Adliswil ist. So habe Fehr sich für eine Anlaufstelle für die Jugendlichen eingesetzt und eine SkaterAnlage mit initiiert.

Huber bezeichnet Fehr als «Schnelldenker, sachorientiert, mit grossem politischen Gespür. Er hat uns oft neue Blickwinkel eröffnet.» Gefragt, ob Fehr auch negative Eigenschaften habe, denkt Huber länger nach. Dann sagt er: «Er hat einen grossen Bekanntheitsgrad und ist gut vernetzt. Manchmal blieb sein Platz zu Sitzungsbeginn deshalb leer, weil er aufgehalten wurde. Ich schätze ihn sehr. Er hat uns immer wieder wertvolle Impulse gegeben.»

Mit Nachdruck für grüne Anliegen

Auch über Martin Graf ist Gutes zu hören von einem Stadtratskollegen, der parteipolitisch zur Konkurrenz zählt. Reinhard Fürst (SVP) sitzt seit zehn Jahren zusammen mit Graf im Stadtrat von Illnau-Effretikon. Über den Grünen Stadtpräsidenten, der nun Regierungsrat wird, sagt Fürst: «Hut ab! Er ist ein Schaffer, der selber Hand anlegt. Sein Markenzeichen: Er gibt nie auf.» Seine grünen Anliegen habe Graf immer mit Nachdruck und Energie verfolgt. Speziell erwähnt Fürst die Zentrumsentwicklung, bei der Graf mit markanten Gestaltungsplänen gegen die Zersiedelung ankämpfte. Zudem habe er sich unermüdlich für eine nachhaltige Energiepolitik eingesetzt, etwa mit Fördergeldern für Private und Firmen, die in Solarenergie investierten. Mit einem Windenergie-Projekt habe er zwar im Stadtparlament Schiffbruch erlitten. Doch auch in diesem Fall sei er hartnäckig geblieben und habe ein neues Projekt vorangetrieben – mit weniger hohen Windrädern.

Kurt Eichenberger, seit 30 Jahren Stadtschreiber von Illnau-Effretikon, bestätigt Fürsts Aussagen über Graf – und fügt an: «Er kann mit allen zusammenarbeiten.» Eine Eigenschaft, die Graf und Fehr im Regierungsrat brauchen werden. Denn um dort Mehrheiten zu bilden, müssen die Vertreter von SP und Grünen mindestens einen der vier Regierungsräte von FDP und SVP auf ihre Seite bringen. Alte Bekanntschaften, etwa aus Adliswil, können da nicht schaden.

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