BVK

Für die BVK war 2013 trotz anhaltender Lohndebatte ein gutes Jahr

Stiftungsratspräsident Zanella (links) will nicht mehr über die 60000 Franken Lohnerhöhung von CEO Schönbächler (rechts) reden.

Stiftungsratspräsident Zanella (links) will nicht mehr über die 60000 Franken Lohnerhöhung von CEO Schönbächler (rechts) reden.

Der Deckungsgrad kletterte von 90,9 Prozent auf 96,1 Prozent. Die Performance betrug 7,4 Prozent und überflügelte sowohl den eigenen Benchmark als auch den Durchschnitt der Pensionskassen sowie die Indizes von Credit Suisse und UBS.

Auch Laien können angesichts dieser Zahlen zumindest erahnen, dass es der gebeutelten Kasse langsam besser geht. Der neue Stiftungsrat der kantonalen Pensionskasse BVK jedenfalls ist «äusserst zufrieden» mit dem Geschäftsergebnis 2013. Das ist ihm zu gönnen, auch wenn er selber hierzu noch nichts beigetragen hat. Denn bis Ende Jahr war die Kasse unter der Kontrolle der kantonalen Finanzdirektion.

Standhaftigkeit, zweiter Versuch

Gestern informierte das Präsidium des Stiftungsrates zusammen mit Geschäftsführer Thomas Schönbächler die Medien. Dass sich Stiftungsratspräsident Bruno Zanella einmal mehr Fragen über die versuchte massive Erhöhung von Schönbächlers Lohn anhören musste, nervte ihn sichtlich. Im Dezember war bekannt geworden, dass der Stiftungsrat Schönbächler 380 000 Franken (also 120 000 Franken mehr) bezahlen wollte. Zanella stand daraufhin seinen Mann und erklärte, an der Entscheidung gebe es nichts zu rütteln. Vier Wochen später halbierte derselbe Stiftungsrat die Lohnerhöhung auf 60 000 Franken. Einmal mehr gibt sich Zanella trotz anhaltender Proteste von Politik und Gewerkschaften hart: Nein, auch an diesem Entscheid gebe es nichts zu rütteln.

Dabei muss man ihm, der hauptberuflich als Personalchef der Flughafen Zürich AG tätig ist, in gewissen Punkten auch recht geben: Die einst angeschlagene BVK ist unter der Führung Schönbächlers wieder auf Kurs gekommen. Beispiele dafür liegen genügend vor. So vermochte sie seit 2009 ihre Vermögensverwaltungskosten um 70 Millionen Franken zu senken. Zudem strengt sich Schönbächler an, von Banken einbehaltene Retrozessionszahlungen zurückzufordern (siehe Kasten). Die BVK hielt sich mehrheitlich an die beschlossene Anlagestrategie. Dort, wo sie abwich, geschah es praktisch immer zu ihren Gunsten.

Aus Angst vor Headhuntern

Angesichts dieses durchaus positiven Leistungsausweises ist eine gewisse Angst des Stiftungsrates, Schönbächler könnte abgeworben werden, durchaus nachvollziehbar. Zanella begründet die Lohnerhöhung damit, man wolle proaktiv allfälligen Abwerbeversuchen entgegentreten. Schönbächler selber will nicht über seinen Lohn reden. Er erweckt nach wie vor nicht den Eindruck, als habe er auf die massive Gehaltserhöhung bestanden. «Wichtig ist mir, dass ich einen spannenden Job habe», findet Schönbächler.

Dass eine Pensionskasse ihren offenbar fähigen Chef marktüblich entlöhnen will, ist an und für sich noch kein Stein des Anstosses. Das Problem liegt im Timing. Denn das politische Zürich erinnert sich noch allzu gut an die kantonale 2-Milliarden-Finanzspritze, von der die Pensionskasse mit ihrem derzeitigen Anlagevermögen von 26,4 Milliarden zehrt. Noch ist die Sanierung nicht abgeschlossen. Erst wenn 100 Prozent Deckungsgrad erreicht sind, werden die Versicherten nicht mehr mit einem halben Prozent Jahreszins zur Kasse gebeten.

Fusion noch nicht vollzogen

Der zweite Aspekt des Timing-Problems betrifft die Rolle des Stiftungsrats. Dieser hat zwar seit dem 1. Januar 2014 bei der BVK das Sagen, allerdings noch nicht von eigenen Gnaden, sondern bloss im Auftrag des Regierungsrates, der eigentlich noch immer oberstes Organ ist. Denn erst im Herbst 2014 wird die privatisierte BVK mit der Pensionskasse des Kantons fusioniert. Weil dies rückwirkend geschieht, agiert der Stiftungsrat bereits so, als wäre die Fusion vollzogen. Der Aufschrei der Empörten wäre vermutlich weniger laut ausgefallen, wenn die Stiftungsräte die Löhne nach der Fusion angepasst hätten.

Der Stiftungsrat legte ebenfalls erstmals offen, wie viel sein Präsidium bezieht. Präsident Zanella wird mit 30 000 Franken entschädigt, Vizepräsidentin Lilo Lätzsch mit 24 000 Franken Entschädigung. Hinzu kommen Zuschüsse für Mitgliedschaften und Präsidien von Ausschüssen. Lätzsch etwa kommt auf insgesamt 36 000 Franken, plus pro Sitzung 600 Franken.

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