Die meisten Verfahren betrafen «das alltägliche Leben»: Dazu gehörten Nachbarschafts- und Erbschaftsklagen, Anfechtungen von Testamenten oder Bauhandwerkerpfandrechte. Die Erfolgsquote von 50 Prozent blieb in etwa gleich wie im Vorjahr, wie aus dem am Dienstag publizierten Jahresbericht des Verbandes der Friedensrichter des Bezirks Zürich hervorgeht.

Stark abgenommen haben in den letzten Jahren Ehrverletzungsklagen. 2010 gab es in der Stadt Zürich 102 Verfahren in diesem Bereich, davon konnten 58 erledigt werden. In Zukunft fallen solche Verfahren für die Friedensrichter ganz weg.

Mit der am 1. Januar dieses Jahres in Kraft getretenen neuen Zivilprozessordnung (ZPO) müssen Ehrverletzungsklagen bei der Polizei, beziehungsweise bei der Staatsanwaltschaft eingereicht werden. Dasselbe gilt für strittige Ehescheidungs-, Ehetrennungs- sowie Vaterschaftsklagen.

Friedensrichter seien auch in Zukunft unentbehrlich, schreibt der Verband. Das friedensrichterliche Verfahren sei auch mit der neuen ZPO darauf ausgerichtet, dem Einzelnen möglichst chancengleich und rasch zu seinem Recht zu verhelfen.

Zusätzliche Arbeit gibt es für die Friedensrichter im Arbeitsrecht. Neu müssen Schlichtungsgesuche in allen arbeitsrechtlichen Streitigkeiten dem Friedensrichter eingereicht werden.

Darüber hinaus bieten die Friedensrichterämter auch unentgeltliche Beratungsgespräche an. Im vergangenen Jahr wurden in der Stadt Zürich insgesamt 586 solcher Gespräche geführt.