Ein 52-jähriger Serbe mit kosovarischen Wurzeln stand wegen Vergewaltigung und sexueller Nötigung vor dem Bezirksgericht Zürich, berichtet der «Tages Anzeiger».

Bei der ersten Straftat soll der Angeklagte im März 2008 die damals minderjährige Freundin seines Sohnes in dessen Zimmer anal vergewaltigt haben. Einige Wochen später soll dann die zweite Straftat erfolgt sein. So habe das Opfer in der Zweitwohnung der Familie auf ihren Freund gewartet, als der Angeklagte mit zwei unbekannten Kollegen die Wohnung betreten haben soll. Diese hätten das Mädchen, in Anwesenheit des Angeklagten, gepackt und vergewaltigt. 

Das Opfer erzählte erst Jahre später ihrem neuen Freund von der Tat. Der neue Freund des Opfers kontaktierte darauf den Sohn und dieser reichte im Juni 2016 eine Strafanzeige bei der Polizei ein. 

Beschuldigter streitet Schuld ab

Der Beschuldigte, der auch seine Frau regelmässig geschlagen und mit dem Tod bedroht haben soll, stritt am Prozess die Tat vehement ab, schreibt der «Tages Anzeiger». So sagt er, dass alles «erstunken und erlogen» sei. Denn aus seiner Sicht sei das Ganz ein Familienkomplott. So war die Frau noch weitere vier Jahre mit dem Sohn zusammen und habe sich auch weiterhin in der Wohnung aufgehalten. 

Die Staatsanwaltschaft forderte für den «Albtraum, der die junge Frau erlebt hat» eine Freiheitsstrafe von fünf Jahren. Die Anwältin des Opfers sprach von einem «Frauenhasser und Tyrannen der übelsten Sorte», der der jungen Frau ihre Jugend beraubt hat. Sie forderte eine Genugtuung in der Höhe von 70`000 Franken. Der Rechtsanwalt des Beschuldigten forderte hingegen einen Freispruch. Seiner Meinung nach, seien die Aussagen der Frau widersprüchlich und deshalb müsse der Grundsatz «im Zweifel für den Angeklagten» gelten.

Sechs Jahre Haft

Das Gericht glaubte den Schilderungen der Frau und verurteilte den Mann zu seiner unbedingten Freiheitsstrafe von sechs Jahren sowie zu einer Genugtuungszahlung von 20`000 Franken an das Opfer. (lgi)