Die Allianz "Vielfalt bewahren" liest sich wie das Inhaltsverzeichnis einer "Schweizer Illustrierten": Gegen die Vorlage kämpfen unter anderem Kabarettist Viktor Giacobbo, Zirkusdirektor Fredy Knie jun., Regisseur Xavier Koller, Bandleader Pepe Lienhard, Schauspieler Mike Müller, Komiker Marco Rima, das Duo Ursus & Nadeschkin, Autor Rolf Lyssy und Nadja Schildknecht vom Zurich Film Festival.

Dazu kommen - wie bei anderen Initiativen auch - zahlreiche Politiker aus dem Raum Zürich. Sie alle sprechen sich gegen die Initiative, welche die Zahl der Events auf dem Sechseläutenplatz stark beschränken will, und für den Gegenvorschlag aus.

300 eventfreie Tage gefordert

Die Volksinitiative "Freier Sechseläutenplatz" verlangt 300 eventfreie Tage. Der Platz soll somit nur noch an höchstens 65 Tagen mit Anlässen belegt sein. Lanciert wurde die Initiative unter anderem von Mitgliedern der SP, der Grünen und der AL.

Wie der Stadtrat lehnt auch der Gemeinderat die Volksinitiative ab. Sie sei zu restriktiv, eine richtige "Spassbremsen-Initiative", befand die Ratsmehrheit bei der Debatte im vergangenen September.

Abstimmung am 10. Juni

Das Parlament präsentierte deshalb einen Gegenvorschlag, der vorsieht, dass der Platz nur an 185 Tagen frei bleiben muss. An 180 Tagen dürften somit Events stattfinden, was etwa dem heutigen Zustand entspricht. Die Zürcherinnen und Zürcher entscheiden am 10. Juni, wie viele Events sie auf dem Platz wollen.

Der umgestaltete Sechseläutenplatz wurde 2014 eröffnet und erfreut sich seither grosser Beliebtheit - bei der Bevölkerung und bei Veranstaltern. Zu den regelmässigen Nutzern gehören das Sechseläuten, Circus Knie, Herbstzirkus, Filmfestival, Street Parade, Züri-Fäscht, 1.-Mai-Kundgebung, Oper für alle und der Weihnachtsmarkt. Damit ist der Platz heute an etwa 150 Tagen belegt.