Fredi Müller bestätigt am Dienstag gegenüber dem «Tages-Anzeiger» erstmals Gerüchte über einen Verkauf des bekannten Zürcher Lokals. Die Gerüchte sind seit Ende letzter Woche Im Umlauf. «Richtig ist, dass wir Seniorpartner das Ziel haben, das Kaufleuten vom unguten Ballast einer in sich uneinigen Besitzerschaft zu befreien. Dieses Ziel erreichen wir nur, wenn wir unsere Aktienanteile in neue Hände übergeben», sagt Müller.

Verkauft wird nicht das Lokal, das Haus gehört dem Kaufmännischen Verband Zürich. Veräussert werden sollen die beiden Firmen, über die das Lokal geführt wird und mit ihnen der Mietvertrag, der bis 2022 läuft und für 10 Jahre verlängert werden kann.

Weniger als fünf Parteien

Wer als Käufer in Frage kommt, ist offen. Müller sagt, dass er mit weniger als fünf Parteien geredet habe.

Ob es zum Verkauf kommt, ist nicht gesagt. Denn die Besitzstrukturen sind kompliziert. Auf der einen Seite stehen drei Senior-Aktionäre um Müller, die 61 Prozent der Aktien besitzen. Auf der anderen Seite drei Junior-Aktionäre. Diese drei führten bis Mitte 2013 den Club und wurden dann unsanft rausbugsiert. Sie verfügen über ein Vorkaufsrecht.

Vier Szenarien

Müller skizziert im «Tages-Anzeiger» vier mögliche Szenarien: «Erstens: Die Seniorpartner verkaufen ihre Aktienanteile, die Juniorpartner bleiben als Minderheitsaktionäre an Bord. Zweitens: Alle sechs Partner verkaufen ihre Anteile und ermöglichen so einen kompletten Neuanfang. Drittens: Die drei Juniorpartner machen von ihrem vertraglich zugesicherten Vorkaufsrecht Gebrauch. Viertens: Der angestrebte Deal platzt.»

Welches Szenario in Kraft treten wird, dürfte stark vom Käufer abhängen. Einen «Pseudo-Szeni» oder ein Konzern kommt für die vorkaufsberechtigten Minderheitsaktionäre offenbar nicht in Frage.

Rückläufige Umsätze

Zum möglichen Kaufpreis will Müller keine Angaben machen. Er bestätigt aber, dass das Unternehmen finanziell heute weniger gut dasteht als auch schon. In den letzten zwei Jahren sei der Umsatz um 10 Prozent zurückgegangen. Laut Tages-Anzeiger machte das Kaufleuten 2011 noch einen Umsatz von rund 25 Millionen Franken und einen Reingewinn von 2,2 Millionen.

Deswegen möchte Müller dem Lokal nun neues Leben einhauchen. «Ich wünschte mir wieder kreativere Ansätze. Mehr eigenständige Events. Weniger, dafür bessere Partys. Natürlich könnten im Kaufleuten auch ganz andere Dinge stattfinden.» (rsn)