Das haben die Zürcher Zünfte im Herbst entschieden.

Hinter den Kulissen ist es inzwischen allerdings zu Annäherungen gekommen. Dies bestätigt die Hohe Fraumünsterfrau Regula Zweifel. Sie hat in den vergangenen Monaten mit den Zünftern verhandelt, unter welchen Bedingungen die Frauenzunft am Sechseläuten auftreten kann. Die abschliessende Sitzung fand vorgestern Abend statt, anwesend waren je drei Vertreter der Fraumünstergesellschaft und der Zünfte. «Die Stimmung war wohlwollend. Und obwohl die Zünfter uns im Herbst eine Absage erteilt haben, konnten wir in den Gesprächen Fortschritte erzielen», sagt Zweifel.

Keine Warterei mehr

Gleich in mehreren Punkten sind die Zünfter den Frauen entgegengekommen. Der erfreulichste ist laut Zweifel, dass die Frauenzunft dieses Jahr auf der offiziellen Umzugsroute marschieren darf. Noch immer startet sie zwar separat, mit einem kleinen Vorsprung auf den Zunftzug.

Zum ersten Mal aber muss sie nicht mit einer deutlich verkürzten Route vorliebnehmen. Nach wie vor bleibt ihr zwar das Rund um den Böögg verwehrt, die Frauenzunft bekommt aber eine grössere Tribüne an der Seestrasse. Zudem darf sie sich auch freier bewegen. Bisher mussten die Frauen nach der Explosion des Böögs jeweils warten, bis alle Zünfte den Platz verlassen hatten. Erst dann durften sie in ihr Gesellschaftslokal im «Baur au Lac» dislozieren. «Dieses Jahr können wir dann gehen, wenn es für uns passt», sagt Zweifel.

Weitere Schritte brauchen Zeit

Auch Jürg C. Scherz, Präsident des Zentralkomitees der Zürcher Zünfte, beschreibt die Atmosphäre der Gespräche als «konstruktiv». Bis die Zünfter aber bereit seien, über weitere Schritte – etwa die ständige offizielle Teilnahme der Frauen am Umzug – nachzudenken, brauche es noch Zeit.