Street Parade
Frau versetzt einer Polizistin an der Street Parade einen Kopfstoss

Drogenkonsum, Körperverletzung, Gewalt und Drohung gegen Beamte – die Zürcher Stadtpolizei und die Kantonspolizei hatten an der Street Parade jede Menge Arbeit. Vor allem der Hauptbahnhof war eine Problemzone.

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Trotz Einsätzen bis in die frühen Morgenstunden spricht die Polizei von einer friedlichen Street Parade.

Trotz Einsätzen bis in die frühen Morgenstunden spricht die Polizei von einer friedlichen Street Parade.

Keystone

Der Abend und die Nacht der Street Parade 2013 verliefen "grösstenteils friedlich" wie die Zürcher Stadtpolizei am Sonntagmorgen mitteilte. Dennoch sahen sich die Einsatzkräfte mit mehreren tätlichen Auseinandersetzungen konfrontiert. Die Stadtpolizei verhaftete 16 Personen, die Kantonspolizei 29.

Die Ursache für die gewalttätigen Auseinandersetzungen dürfte häufig im übermässigen Alkohol- oder Drogenkonsum zu suchen sein, heisst es weiter. Die Streitereien gingen grösstenteils glimpflich aus, gröbere Verletzungen erlitt niemand.

Im Lauf des Samstags und in der darauffolgenden Nacht verhaftete die Stadtpolizei insgesamt 16 Personen im Alter von 17 bis 33 Jahren. Gründe für die Festnahmen waren: Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz, Körperverletzung/Tätlichkeit, Gewalt und Drohung gegen Beamte und Hinderung einer Amtshandlung.

Acht Personen wurden der Staatsanwaltschaft zugeführt, die anderen Personen wurden nach den Befragungen wieder entlassen. Die Festgenommenen stammen aus der Schweiz (5), Deutschland (4), Guinea (2), Gambia, Mali, Spanien, Türkei, Costa Rica (je 1).

Renitente Patienten

Einige Male unterstützten die Polizeikräfte Sanitätsposten bei der Behandlung von renitenten Patienten. Insgesamt wurden 17 Personen in der Zürcher Ausnüchterungsstelle und 139 in der Patientensammelstelle von Schutz & Rettung Zürich ausgenüchtert.

Die verschiedenen Fahndungsdienste stellten unter anderem 96 Dosen Ecstasy, 145 Gramm Marihuana/Haschisch sowie kleinere Mengen Kokain und Amphetamin sicher. Weiter wurde Bargeld im Wert von rund 1500 Franken und rund 1235 Euro beschlagnahmt.

Detektive der Abteilung Bewilligungen mussten rund 20 Verzeigungen aussprechen. Verkaufsstände hielten die vorgegebenen Festzeiten und Boulevardbetriebe die Wirtschaftsschlussstunde nicht ein. Weiter musste in einigen Fällen die unerlaubte Beschallung auf öffentlichem Grund beanstandet werden. Eine illegale Party wurde verhindert.

Kantonspolizei sorgt am Hauptbahnhof für Sicherheit

Im Hauptbahnhof Zürich, der in den Zuständigkeitsbereich der Kantonspolizei fällt, wurden 29 Personen verhaftet: 28 Männer und 1 Frau. Die Festgenommenen stammen nebst den acht verhafteten Schweizern aus Italien, Deutschland, Spanien, Portugal, Mazedonien, Moldawien, Afghanistan, Mongolei, Algerien, Marokko, Tunesien, Mali, Kamerun und Brasilien, wie die Kapo mitteilte.

Die Verhafteten wurden angezeigt wegen mutmasslichem Drogenhandel (5), Bussenumwandlung (1), Widerhandlungen gegen das Gesetz über Ausländerinnen und Ausländer (7), illegalem Waffenbesitz (1), Trunkenheit/Ausnüchterung (5), Körperverletzung (1), Betrug (3), Entweichung (2), Wegweisung (1) und ID-Feststellung (3).

Verzeigungen erfolgten vorwiegend wegen Betäubungsmittelbesitzes und -konsums (33), wie die Kantonspolizei weiter schreibt. Auffallend sei die Drogenvielfalt. Zudem wurden 44 Diebstähle angezeigt. Diese ereigneten sich jedoch meist ausserhalb des Hauptbahnhofes.

Der Alkohol- und Drogenkonsum war auch nach Ansicht der Kantonspolizei das grösste Problem. Teilweise hätten sich die Betroffenen kaum mehr auf den Beinen halten können. Dutzende hätten in der zweiten Nachthälfte überall auf den Böden des Hauptbahnhofes geschlafen und auf ihre Züge gewartet, heisst es weiter.

Schläge ins Gesicht und auf den Kopf

Zwei Stunden nach dem offiziellen Ende der Street Parade um Mitternacht ist der Zürcher Stadtpolizei eine verletzte Person vor einer Liegenschaft an der Langstrasse gemeldet worden. Die Polizisten fanden einen 27-jährigen Nigerianer mit schweren Kopfverletzungen vor.

Erste Abklärungen der Stadtpolizei ergaben, dass der Verletzte mit einem Unbekannten Streit hatte und von diesem tätlich angegriffen und verletzt worden war. Der Täter flüchtete danach unerkannt, wie die Stadtpolizei am Sonntag mitteilte.

Bei einer Auseinandersetzung am Pelikanplatz gerieten kurz nach 03.45 Uhr drei Gruppen junger Männer aneinander. Die Schlägerei konnte nur mit einem grösseren Polizeieinsatz aufgelöst werden. Ein Beteiligter wurde beim Vorfall leicht verletzt.

Am Bürkliplatz kam es kurz nach 18.30 Uhr zu einem Streit zwischen mindestens zwei Personen. Ein 36-jähriger Mann aus Grossbritannien, der mit einem weissen Umhang bekleidet war, wurde von einer Frau ins Gesicht geschlagen. Er erlitt erhebliche Verletzungen an einem Auge und musste hospitalisiert werden. Die Frau konnte unerkannt fliehen.

Polizistinnen attackiert

Kurz nach 21 Uhr musste die Polizei an die Storchengasse ausrücken, weil eine Mitarbeiterin eines Lokals von einer Frau angegangen worden war. Als zwei Polizistinnen die Verdächtige kontrollieren wollten, wurden sie von dieser tätlich angegriffen. Einer Beamtin versetzte die Frau einen Kopfstoss.

Die beiden Polizistinnen wurden leicht verletzt. Die 22-jährige Schweizerin wurde wegen Gewalt und Drohung gegen Beamte der Staatsanwaltschaft Zürich zugeführt.