Für jede Bohrung brauche es eine kantonale Bewilligung und für jede Nutzung von Bodenschätzen brauche es eine Konzession, heisst es in einer Stellungnahme der Regierung zu einer Motion der Grünen vom Donnerstag. Auf diese Weise könne sichergestellt werden, dass es weder durch Erkundungsarbeiten noch durch Nutzungen von Bodenschätzen zu negativen Auswirkungen auf die Umwelt komme.

Die Gefahr einer Umweltbeeinträchtigung besteht laut Regierungsrat grundsätzlich bereits beim Abteufen einer Tiefbohrung - das gelte sowohl für Bohrungen zur Gasgewinnung als auch für solche im Bereich der Tiefengeothermie-Nutzung. Zum einen enthielten die Bohrspülungen verschiedene chemische Zusätze, andererseits könne es bei unsorgfältiger Verfüllung zu unerwünschten Verbindungen von verschiedenen Grundwasserstockwerken kommen.

Solche Umweltschäden müssten auf jeden Fall vermieden werden, schreibt die Regierung. Um dieses Ziel zu erreichen, sei jedoch ein gänzliches Verbot des Frackings, wie dies die Grünen in ihrer Motion fordern, nicht zielführend.

Ein Verbot hätte nach Ansicht des Regierungsrates zur Folge, dass eine Weiterentwicklung der Fracking-Technologie verhindert würde. "Diese Technologie könnte auch dann nicht angewendet werden, wenn sich gegenüber heute wesentliche Verbesserungen in deren Anwendung ergeben würden", heisst es in der Stellungnahme. Ein flächendeckendes Verbot von Fracking schiesse somit über das angestrebte Ziel hinaus.

Gesetze konsequent anwenden

Statt eines Verbotes plädiert der Regierungsrat für eine strikte Anwendung des bestehenden Rechts. Dazu gehören die Umweltschutzgesetzgebung samt Umweltverträglichkeitsprüfung sowie das Gewässerverunreinigungsverbot im Gewässerschutzgesetz.

Unter Fracking versteht man ganz allgemein das hydraulische Aufbrechen von Gesteinen im tiefen Felsuntergrund, indem eine Flüssigkeit mit hohem Druck in den Untergrund gepresst wird. Beim Fracking für die Gasgewinnung müssen dem Wasser auch verschiedene, zum Teil giftige Chemikalien und Feststoffpartikel (beispielsweise Sand) beigemischt werden.

Mit den Feststoffpartikel wird verhindert, dass sich die Klüfte nach dem Aufbrechen wieder schliessen können. Durch dieses Verfahren bestehe bei der Gasgewinnung die konkrete Gefahr, dass die Umwelt Schaden nehme - indem beispielsweise das Grund- und Trinkwasser verschmutzt werde, schreibt der Regierungsrat.