Rund 20 Prozent der Zürcher Bevölkerung bräuchten eine Wohnung, die nicht mehr als 1230 Franken im Monat kostet, damit sie als tragbar erachtet wird. Als Faustregel gelte, dass die Miete maximal 25 Prozent des Einkommens beanspruchen sollte, erklärte Hans Egloff, Präsident des Zürcher Hauseigentümerverbandes.

Um sich ein Bild über den Immobilienmarkt zu verschaffen, liess das Forum zwei Studien erarbeiten. Dabei ging es laut Egloff insbesondere um die Frage der Vermietungspraxis von Privaten und Genossenschaften. Andererseits sollte die Studien Aufschluss geben, ob die Angebote in den verschiedenen Preissegmenten der Nachfrage entsprechen.

21 Prozent Wohnungen im tiefen SegmentVerfasst wurden die beiden Studien von ImmoCompass und dem Institut der Schweizer Immobilienwirtschaft, Swiss Reals Estate Institute. Die Auswertung der Nutzungsstatistiken von privaten und genossenschaftlichen Wohnungsanbietern habe zum Teil zu überraschenden Ergebnissen geführt, sagte Robert E. Gubler, Vorsitzender des Forums Zürich.

Laut Felix Thurnheer von ImmoCompas bieten die beiden Anbieter etwa gleich viele preisgünstige Wohnungen an. Zusammen verfügen sie in der Stadt Zürich 21 Prozent aller Wohnungen im tiefsten Preissegment. Bei "richtiger Vermietung", so sein Fazit, "hätte es in Zürich bereits heute genügend Wohnraum für die ärmsten Haushalte".

Das Problem liegt laut Peter Ilg von Swiss Real Estate jedoch darin, dass Genossenschaften und Private in etwa den gleichen Mietermix ansprechen. Laut Erhebungen seines Institutes ist der Anteil Mieter mit steuerbaren Vermögen zwischen 125'000 bis 200'000 Franken in Genossenschaftswohnungen in etwa gleich gross wie in privat vermieteten Wohnungen.

Vermietungspraxis ändernWer bei höheren Einkommen mehr Miete an die Genossenschaft bezahlen könne, entziehe den ärmeren Haushalte noch bezahlbaren Wohnraum. Diese müssten dann ausweichen und bezahlten statistisch gesehen monatlich rund 250 Franken mehr als es die 25-Prozent-Regel zuliesse, stellte Thurnheer fest.

Dass auch mittelständische Haushalte in den genossenschaftlichen Wohnungsmarkt drängen, habe auch mit dem Preis-/Leistungsverhältnis zu tun. Bei den Genossenschaften könnten sich die Leute für weniger Geld grössere Flächen leisten als bei privaten Vermietern.

Robert E. Gubler, Vorsitzender des Forums Zürich, fordert deshalb eine Verschärfung der Vermietungspraxis in den mit Steuergeldern unterstützten Genossenschaftswohnungen. Seiner Ansicht nach müsste die frühere Formel "pro Person ein Zimmer" wieder eingeführt werden. Nur so könnten den wirtschaftlich schwächeren Haushalten auf dem Wohnungsmarkt zu gleich langen Spiessen verholfen werden.

Privaten Wohnbau weniger regulierenZugleich fordert das Forum aber auch weniger Regulierungen für den privaten Wohnungsbau. Abzonungen, Mehrwertabschöpfungen und andere Auflagen und Vorschriften behinderten die Investitionsbereitschaft in den privaten Wohnungsbau und könnten nicht die Lösung sein, meinte Gubler.

Das Forum lehnt deshalb auch den am 28. September zur Abstimmung gelangenden Gegenvorschlag zur SP-Initiative "Für mehr bezahlbaren Wohnraum" ab. Dieser will das Planungs- und Baugesetzes so ändern, dass die Gemeinden eine bestimmte Anzahl preisgünstiger Wohnungen vorschreiben können.