Gestaltungspläne Hochschulquartier
Forderung nach Korrektur: Bürgerinitiative schreibt offenen Brief an Zürcher Stadtrat

Der Zürcher Stadtrat soll bei der kantonalen Baudirektion Korrekturen am revidierten Richtplan Hochschulquartier verlangen. Das fordert die Arbeitsgruppe Besorgte Bürger Zürich am Montag in einem offenen Brief. Der Richtplan sprenge den Massstab des historisch gewachsenen Hochschulquartiers.

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Die Arbeitsgruppe "Besorgte Bürger Zürich" fordert den Zürcher Stadtrat auf, bei der kantonalen Baudirektion Korrekturen am revidierten Richtplan des Hochschulquartiers zu verlangen. (Bild: Blick von der ETH zur Universität Zürich)

Die Arbeitsgruppe "Besorgte Bürger Zürich" fordert den Zürcher Stadtrat auf, bei der kantonalen Baudirektion Korrekturen am revidierten Richtplan des Hochschulquartiers zu verlangen. (Bild: Blick von der ETH zur Universität Zürich)

Matthias Scharrer (mts)

Seit die einschneidenden Pläne des Kantons für die baulichen Veränderungen im Zürcher Hochschulquartier oberhalb des Centrals bekannt geworden sind, gibt es Kritik - vor allem aus den betroffenen Quartieren. Nun folgt ein Brief besorgter Bürger an Stadtpräsidentin Corine Mauch.

Seit Anfang April liegen sowohl die Teilrevision der Bau- und Zonenordnung öffentlich auf, als auch die Gestaltungspläne von Universitätsspital, ETH und Universität.

Mitte März hatte der Kantonsrat dem revidierten Richtplan Hochschulgebiet zugestimmt. Dies markiert den Beginn einer jahrzehntelangen, grossen Umgestaltung des zentral gelegenen Gebiets von Universität und ETH einschliesslich des Universitätsspitals.

"Keinerlei Nachbesserung zu erkennen"

In ihrem offenen Brief vom Montag fordert die Arbeitsgruppe Besorgte Bürger Zürich nun den Stadtrat auf, Korrekturen am Richtplan einzufordern. Denn mit dem Richtplanentscheid im Kantonsrat sei "der demokratische Teil abgeschlossen" und in den öffentlich aufgelegten Plänen sei "keinerlei Nachbesserung" zu erkennen.

Als Regierungsrat und Baudirektor Markus Kägi (SVP) und Stadtrat André Odermatt (SP), der das Hochbaudepartement führt, kürzlich an einer Veranstaltung des Gewerbevereins Kreis 7/8 aufgetreten seien, so steht es im Brief, habe sich "ein richtiges Gewitter von Voten empörter und enttäuschter Stadtbewohner" über ihnen entladen.

Die Arbeitsgruppe fordert nun vom Stadtrat, dass er eine Einigungsverhandlung verlangt, um vor der Festsetzung der Gestaltungspläne Einwendungen vorzubringen. So sei es im kantonalen Planungs- und Baugesetz im Rahmen öffentlicher Gestaltungspläne vorgesehen.

Grosse Umgestaltung

In den kommenden 30 Jahren sollen neue, grössere Gebäude, Parks und ein Boulevard entstehen. Dafür werden zahlreiche Gebäude im Uniquartier abgerissen. Bauliche Einschränkungen für die Neubauten hatte die bürgerliche Seite des Kantonsrates weitestgehend verhindert. Über die Umsetzung entscheiden wird in erster Linie die kantonale Baudirektion.

Für die Modernisierung des Universitätsspitals sind mehrere Varianten im Gespräch: Vom horizontalen Riegelbau bis hin zu einem Sockelbau, auf dem ein Hochhaus thront.