Sichere Sihl
Flussrechen: Die Zürcher wollen, was die Berner haben

Das Timing war perfekt. In der Nacht auf gestern verhinderte eine Vorrichtung in der Aare die Überschwemmung des Berner Mattequartiers wegen angeschwemmten Holzes. So etwas will der Kantonsrat auch.

Katrin Meier
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Die Sihl in Zürich. mts

Die Sihl in Zürich. mts

In der Sihl soll oberhalb von Langnau ein Rechen entstehen, der Schwemmholz davon abhält, bei Brücken, der Sihlhochstrasse oder beim Hauptbahnhof Zürich die Flussdurchgänge zu verstopfen und in der Folge eine Überschwemmung herbeizuführen. In diesen dicht besiedelten Gebieten würde es zu grossen Schäden kommen.

Mit 167 zu 0 Stimmen hat der Kantonsrat einen Kredit von 26 Millionen Franken für das Projekt bewilligt. Der Rechen wird 230 Meter lang und 30 Meter breit und soll 95 Prozent des Schwemmholzes zurückhalten. Gerechnet wird mit bis zu 12 000 Kubikmetern Baumstämmen und Ästen, die bei extremem Hochwasser angeschwemmt werden. Gleichzeitig mit den Bauarbeiten für den Rechen werden eine Magerwiese und ein neues Amphibien-Laichgewässer entstehen.

Der Rechen ist Teil des Hochwasserschutzes im Einzugsgebiet von Sihl, Zürichsee und Limmat. Würde die dicht besiedelte Gegend von der Sihl überflutet, drohten Schäden in der Höhe von 5 bis 6 Milliarden Franken, sagte Baudirektor Markus Kägi (SVP).

Katastrophe verhindern

Die Massnahme sei «zweckmässig und dringend», sagte Ruedi Lais (SP, Wallisellen) im Namen der Kommission für Energie, Verkehr und Umwelt. 2005 und 2007 entgingen Adliswil und die Stadt Zürich nur knapp einer Hochwasserkatastrophe. Dieses Risiko gelte es zu verhindern.

Gleicher Meinung waren sämtliche Fraktionen. Trotz den hohen Kosten seien diese nicht überrissen, sagte Gerhard Fischer (EVP, Bäretswil). Der SP liegt das Projekt auch wegen der umweltverträglichen Umsetzung am Herzen und SVP-Vertreter Christian Lucek (Dänikon) sagte: «Wenn die Bagger schon mal da sind, können sie auch gleich noch einen Froschtümpel ausheben.» Der Rechen wird voraussichtlich Ende 2017 fertiggestellt.