«Weltoffenes Zürich»
Flughafenlobby will mit neuer Studie «Diskussion versachlichen»

Das flughafenfreundliche Komitee "Weltoffenes Zürich" hat am Montag eine Studie präsentiert, mit der sie den Süddeutschen Politikern etwas den Wind aus den Segeln nehmen will.

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Steffen Schmidt

Die Studie zeigt, in welchem Ausmass die Region Südbaden vom Metropolitanraum Zürich profitiert.

Verflochten sind die Regionen vor allem wirtschaftlich, wie die Erhebung der Universität St.Gallen zeigt. In den Landkreisen Waldshut und Lörrach arbeiten rund 20 Prozent aller Arbeitnehmer in der Schweiz. Im Landkreis Konstanz sind es 6 Prozent.

Durch die Grenzgänger fliessen pro Jahr rund 440 Millionen Franken in den Landkreis Waldshut und 420 Millionen nach Konstanz. Dies führt in diesen Gegenden zu einer Erhöhung des regionalen Bruttoeinkommens von bis zu 10 Prozent.

Die Region Südbaden profitiere somit in grossem Ausmass vom Metropolitanraum Zürich, sagte Martin Naville, Präsident von «Weltoffenes Zürich». Das Komitee kritisiert, dass sich viele südbadische Politiker von diesen Fakten verabschiedet hätten und die Flughafenfrage «als nützliches Problem bewirtschaften».

Als Beispiel nannte Naville eine Äusserung von Wolfang Reuther, einem CDU-Landtagsmitglied. «Die Schweiz kriegt den Käse. Deutschland nur die Löcher», sagte dieser in Konstanz an einer Veranstaltung zum Thema Fluglärm-Staatsvertrag.

«Die Löcher im Käse sind sehr nahrhaft»

«Wir möchten ihn mit dieser Studie daran erinnern, dass diese Löcher sehr nahrhaft sind», sagte Naville. Er hofft, dass die süddeutschen Politiker die Studie genau ansehen und «wieder mehr Rationalität in die Fluglärm-Diskussion einzieht».

Wegen des heftigen Widerstandes im betroffenen Bundesland Baden-Württemberg wurde der Fluglärm-Staatsvertrag in Deutschland bis auf Weiteres schubladisiert. In der Schweiz wurde der Vertrag sowohl vom Stände- als auch vom Nationalrat ratifiziert.

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