Kantonsrat Zürich
Flughafen Zürich: Abgrenzungslinien für Fluglärm bleiben flexibel

Der Zürcher Kantonsrat hat am Montag in der Flughafen-Debatte einen ersten wichtigen Entscheid gefällt: Er hat die so genannte Abgrenzungslinie (AGL) im Richtplan verankert.

Merken
Drucken
Teilen
Die links-grüne Ratsseite kritisiert, dass die eigentlich sinnvollen Abgrenzungslinien nicht langfristig verbindlich seien. (Archiv)

Die links-grüne Ratsseite kritisiert, dass die eigentlich sinnvollen Abgrenzungslinien nicht langfristig verbindlich seien. (Archiv)

Keystone

Diese legt die Grenze für das stark belärmte Gebiet fest. Allerdings: Die AGL ist nicht fix, sondern kann je nach Entwicklung nach aussen oder innen verschoben werden.

Die Grünen versuchten mit einem Minderheitsantrag vergeblich, im Richtplan festzuhalten, dass die AGL nur nach innen angepasst werden kann. Das belärmte Gebiet hätte damit nur kleiner werden können, nicht aber grösser. Dieser Antrag wurde jedoch mit 92 zu 81 Stimmen abgelehnt, wobei die Bürgerlichen klar die Mehrheit hatten.

Stocker: "Langfristige Planung sieht anders aus"

Der Entscheid war ganz im Sinne von Regierungsrat Ernst Stocker (SVP), der wie die Bürgerlichen keine fixe Grenze wollte. Er appellierte an das Parlament, der Bevölkerung nichts zu versprechen, das dann nicht eingehalten werden könne. Das letzte Wort habe immer der Bund.

Bern könne die Linie immer noch anpassen. "Natürlich sieht langfristige und sichere Planung anders aus", räumte der Volkswirtschaftsdirektor ein. Aber man wolle das belärmte Gebiet immerhin so gut als möglich definieren.

Die AGL wurde so gelegt, wie sie der Betriebsvariante E DVO entspricht - jener Variante, die auch der Bund vorläufig vorzieht. Dieses An- und Abflugregime würde vor allem für den Osten mehr Lärm bedeuten.

Keine neuen Baugebiete innerhalb der AGL

Die AGL umfasst das ganze Gebiet, in dem der Lärm den so genannten Immissionsgrenzwert der Empfindlichkeitsstufe II erreicht. Dieser Grenzwert bedeutet, dass die Schädlichkeits- und Lästigkeitsgrenze erreicht ist.

Innerhalb dieser Linie soll künftig kein neues Siedlungsgebiet eingezont werden. Wo gebaut wird, ist dies nur noch mit hochwertigen Lärmschutzmassnahmen erlaubt. Damit sind nicht nur Schallschutzfenster gemeint, sondern auch eine lärmschützende Gebäudehülle sowie eine Komfortlüftung, damit die Bewohner die Fenster nicht öffnen müssen.

Ebenfalls heute Montag wird der Kantonsrat darüber entscheiden, ob er die Pistenverlängerungen im Richtplan festhalten will oder nicht.