Als reines Luftschloss darf man «The Circle» wohl nicht mehr bezeichnen. Auch wenn mit dem Bau des Komplexes in unmittelbarer Nachbarschaft zum Flughafen vorderhand noch nicht begonnen wird. Die Flughafen Zürich AG und die Swiss Life als Co-Investor werden für das Grossprojekt eine Milliarde Franken investieren. Auf 180 000 Quadratmetern Nutzfläche sollen bis 2018 Büros, zwei Hotels, ein Kongresszentrum, Läden und Gesundheitseinrichtungen entstehen.

Für rund ein Drittel der Fläche haben die Investoren das Universitätsspital und die Hyatt-Hotelgruppe als Mieter gewonnen. Bevor aber die Bagger auffahren, bleibt noch einiges zu tun. Zuvor soll die Hälfte der 180 000 Quadratmeter vermietet sein.

Luftschloss hin oder her ist Luft im Zusammenhang mit «The Circle» auf dem politischen Parkett ein Thema. An der Visualisierung wird die ausladende Fassade ersichtlich. Unschwer ist zu erkennen, dass das Gebäude in der Höhe über den öffentlichen Grund hinausragen wird. Es beansprucht damit nicht den öffentlichen Grund selber, aber sehr wohl dessen Luftsäule.

Die Konsequenz: Es wird eine Gebühr fällig. Diese berechnet sich unter anderem aus der überragten Fläche und dem Bodenpreis. Eine Rolle spielt zudem der finanzielle Nutzen, den der Bauherr aus der Sache zieht. Zur Erklärung: Eine senkrecht aufragende Fassade erlaubt weniger Gebäudefläche und damit weniger Möglichkeiten als eine ausladende Fassade wie im Beispiel von «The Circle».

Kantonsrat Daniel Heierli (Grüne, Zürich) ist auf das Thema aufmerksam geworden, als er eine Visualisierung (siehe Bild unten) des Grossprojekts am Flughafen gesehen hat.

Heierli hat im Rat eine Anfrage eingereicht. Er will wissen, ob der Kanton Zürich überhaupt Gebühren für die Nutzung des Luftraums über kantonalem Boden erhebt. Letztlich interessiert ihn, ob auch für das Projekt «The Circle» solche Gebühren erhoben würden.

Die kantonale Verwaltung zeigt sich auf Anfrage zurückhaltend. Schliesslich könne man die Anfrage von Kantonsrat Heierli nicht via Presse beantworten. Es scheint aber unausweichlich, dass aufgrund des kantonalen Planungs- und Baugesetzes und einer einschlägigen Verordnung eine Gebühr erhoben wird. Gut möglich, dass die Investoren nach Luft schnappen müssen, wenn sie dereinst die Gebührenrechnung in ihren Händen halten.