Flüchtlingskrise
Flüchtlinge: Kanton Zürich setzt auf Bevölkerung, Zivilschutz und Militär

Der Kanton Zürich habe die Unterbringung von Flüchtlingen auch im Extremfall unter Kontrolle, liess die Sicherheitsdirektion des Regierungsrates heute verlauten. Um überfüllte Asylunterkünfte wird man aber kaum herum kommen.

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Nur durch Überfüllung der Unterkünfte kann der Kanton die zugewiesenen Personen in regulären Strukturen unterbringen. Bild: provisorische Unterkunft in Genf.

Nur durch Überfüllung der Unterkünfte kann der Kanton die zugewiesenen Personen in regulären Strukturen unterbringen. Bild: provisorische Unterkunft in Genf.

Keystone

In der Kantonsratssitzung vom vergangenen Montag wurde der Kanton aufgefordert, über die Massnahme zur Bewältigung eines Flüchtlingsstroms zu informieren.

Heute liess die Sicherheitsdirektion verlauten, dass die Situation zwar anspruchsvoll, aber unter Kontrolle sei.

Die 17 Durchgangs- und Nothilfezentren des Kantons Zürich seien praktisch voll belegt. Auch die Gemeinden hätten so gut wie keine Kapazität mehr. Bereits in den letzten Wochen wurde die Ausnutzung in den kantonalen Unterkünften so erhöht, dass sich in den meisten Unterkünften mehr Personen aufhalten, als dies vom ursprünglichen Plansoll her vorgesehen war. Auf diese Art konnte der Kanton Zürich die Asylsuchenden weiterhin in den regulären Stukturen unterbringen

Um von den 9000 zusätzlichen Asylgesuchen, die bis Ende Jahr noch erwartet werden, die dem Kanton zugeteilten Personen korrekt unterbringen zu können, werden zusätzliche Massnahmen notwendig sein. Welche genau, das lässt die Sicherheitsdirektion noch offen. Man müsse die Lage Ende Oktober abermals neu beurteilen.

Bund als erstes zuständig

Für die Erstaufnahme sei der Bund zuständig, daran würden auch die aktuellen Entwicklungen in Europa nichts ändern. Der Bund sei auch bereits dabei, die Unterbringungskapazität zu erhöhen. Erst danach würden die Asylsuchenden auf die Kantone verteilt.

Im Kanton Zürich zeigten die Zivilgesellschaft und die Landeskirchen grosse Solidarität, auf welche bei der Unterbringung zurückgegriffen werden könne. Für aussergewöhnliche Belastungen käme das Amt für Militär und Zivilschutz zum Zuge, welche zusätzliche Ressourcen zur Verfügung stellen würden.

Zusätzlich zu den Unterbringungsplätzen kommen durch die Gewährleistung von Gesundheit, Schule, Integration und Arbeit aussergewöhnlichen Belastungen auf den Kanton Zürich zu. (fdu)