Er habe die Moderation schon vor seiner Wahl zugesagt, und er pflege, Versprechen zu halten, sagte Leutenegger gegenüber dem «Tagesanzeiger". Dass er bei einer rechtsbürgerlichen Organisation auftritt, welche an städtischen und kantonalen Ämtern Kritik ausübt, sei für den Stadtrat kein Problem. Es sei immer sein Anliegen gewesen, politische Inhalte interessant zu verpacken. Moderieren sei früher sein Beruf gewesen, heute pflege er es als seltenes Hobby.

Die Kommentare der Polit-Kollegen von Links bis Rechts liessen nicht lange auf sich warten. Als Stadtrat laufe Leutenegger Gefahr, künftig selbst für den Preis nominiert zu werden. Man müsse nur an die vielen Gesetze und Verordnungen denen, die in seinem Departement zum Tragen kommen, meint etwa Co-Parteipräsidentin der Stadtzürcher SP, Andrea Sprecher. Und Fraktionschef der Grünen, Balthasar Glättli sagt gegenüber dem „Tagesanzeiger": Solange Leutenegger auch als Stadtrat Zeit finde, seiner Lieblingsbeschäftigung nachgehe, sei er zuversichtlich, dass Leutenegger die bewährte Stadtzürcher Verkehrspolitik nicht von heute auf Morgen über den Haufen werfe. Mit weniger Humor sehe die SVP die Angelegenheit. Das sei in Zukunft nicht mehr haltbar, wenn Leutenegger den Moderator spiele. Er mache sich so als Stadtrat unglaubwürdig, so Parteipräsident der SVP Stadt Zürich, Roger Liebi.

Schon acht Persönlichkeiten wurde der «rostigen Paragraph» verliehen: Letztes Jahr etwa habe ihn Stefan Flückiger, Geschäftsführer des bernischen Waldbesitzerverbands, der eine Wald-Vignette einführen wollte, erhalten, wie die IG Freiheit auf ihrer Homepage schreibt. Und vor vier Jahren sei Moritz Leuenberg mit seiner Kindersitzpflicht nominiert worden. Diese habe vorgesehen, dass Kinder, die kleiner als 150 cm sind bis 12 Jahre nur im Kindersitz in Autos und Schulbussen mitgeführt werden dürfen. Auch dieses Jahr werden wieder fünf Personen nominiert. (fwa)

Ein Bericht zu den diesjährigen Nominierten finden Sie hier.