Zürich

Filippo Leutenegger: So soll der Mehrverkehr aufgefangen werden

Stadtrat Filippo Leuteneggerasp

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Mit mehr und längeren Trams, aber auch Rolltreppen soll der Mehrverkehr aufgefangen werden.

Mit dem Ausbau des Hochschulgebietes Zentrum Zürich (HGZZ) kommt es zu Mehrverkehr. Der Personenverkehr wird bis zum Vollausbau um 16,5 Prozent zunehmen. Bereits heute sind in der Morgenspitze zwischen 7.30 und 8.30 Uhr 11 000 Personen auf den Strassen. 95 Prozent der Hochschul- und Spitalangehörigen kommen mit dem öffentlichen Verkehr, zu Fuss oder dem Velo auf das Areal. Mit der Verschiebung der Tramhaltestellen Platte, Universitätsspital und Kunsthaus, längeren Trams und zwei zusätzlichen Tramkursen soll der Zusatzverkehr aufgefangen werden. Zudem sind Rolltreppen vom Central und Bellevue-Stadelhofen in Planung. Im Interview äussert sich Stadtrat Filippo Leutenegger (FDP) zu den Plänen.

Herr Leutenegger, der Personenverkehr nimmt um 16,5 Prozent zu. Reichen die geplanten Massnahmen aus?

Filippo Leutenegger: Die Zunahme der individuellen Mobilitätsbedürfnisse findet nicht in dem Ausmass statt wie anfänglich erwartet. Dennoch muss zuerst der öffentliche Verkehr ausgebaut werden. Das heisst: Die Tramhaltestellen müssen an den richtigen Ort verschoben werden.

Das heisst?

Am Heimplatz muss die Haltestelle verschoben werden, weil wir dort bereits heute zu wenig Platz haben. An der Gloriastrasse wird der Spitaleingang künftig weiter oben stationiert. Entsprechend verschieben wir die Haltestelle dorthin, wo die Menschen aus dem Tram aussteigen müssen. Mit den Verschiebungen entflechten wir den Verkehr.

Und was ist mit den Fussgängern?

Gerade die Durchgangswege und Grünflächen werden eine enorme Bedeutung für die Verbindung zwischen Gebäuden und öffentlichem Verkehr erhalten. Zudem planen wir Aufstiegswege wie etwa Rolltreppensysteme vom Central und dem Raum Bellevue-Stadelhofen ins Hochschulgebiet. Es soll auch möglich sein, damit Velos zu transportieren. Das Ziel ist, alle relevanten Transportmittel an den Ausbau des öffentlichen Verkehrs anzuschliessen.

Wieso gerade Rolltreppen?

Vom Central wie auch vom Bellevue ins Hochschulgebiet muss Höhe überwunden werden. Die Polybahn ist bereits eine Aufstiegshilfe. Aber für die Zunahme im Personenverkehr in der Morgenspitze braucht es einen Ausbau im öffentlichen und im Fussgängerverkehr. Eine Rolltreppe vom Bellevue zur Universität könnte zudem den Verkehr auf der Rämistrasse entlasten.

Welche Massnahme wird prioritär umgesetzt?

Zum einen müssen wir die Räume für Fussgänger besser erschliessen, zum anderen den öffentlichen Verkehr in Angriff nehmen. Die erwähnten Aufstiegshilfen werden eher mittel- bis langfristig umgesetzt.

Wie verändert sich die Lebensqualität im Hochschulquartier?

Die skizzierten Massnahmen verbessern die Erschliessung des Hochschulgebietes für den zusätzlichen Personenverkehr. Die Belastung für den Wohnraum wird nicht wesentlich grösser werden. Im Gegenteil: Es gibt mehr Möglichkeiten, das Quartier per Velo oder zu Fuss zu begehen.

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