Umstritten war in der Finanzkomission (Fiko) nicht das Projekt, sondern die Art der Finanzierung, wie Fiko-Präsidentin Beatrix Frey-Eigenmann (FDP) auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda sagte. Die Kommissionsmehrheit sei der Ansicht, das Kriterium der Gemeinnützigkeit sei nicht gegeben, der Beitrag sei deshalb gemäss Lotteriefonds-Reglement nicht zulässig.

Für die Einführung des elekronischen Patientendossiers (EPD) im Kanton Zürich ist eine breit abgestützte Trägerschaft gegründet worden. Diesem Verein Trägerschaft ZAD (Zürich Affinity Domain) soll gemäss dem Antrag des Regierungsrates ein Beitrag von 4,75 Millionen Franken aus dem Lotteriefonds für den Aufbau des EPD ausgerichtet werden.

Der Bund hat eine Finanzhilfe von 1,9 Millionen Franken in Aussicht gestellt. Dieses Geld soll wieder an den Kanton zurückfliessen, so dass der Lotteriefonds netto mit rund 2,85 Millionen Franken belastet wird. Nach der Einführungsphase soll der Betrieb selbsttragend sein.

Der Verein Trägerschaft ZAD ist ein Zusammenschluss der Leistungserbringer-Verbände im Kanton Zürich. Mitglieder sind unter anderem der Apothekerverband, die Ärztegesellschaft, der Verband Zürcher Krankenhäuser, der Spitex-Verband und die kantonale Gesundheitsdirektion. Der Trägerverein hat die Swisscom Health AG als Partner für den Aufbau und den Betrieb einer EPD-Gemeinschaft gewählt.

Bundesgesetz voraussichtlich 2017 in Kraft

Das im letzten Juni von der Bundesversammlung verabschiedete Bundesgesetz, das die Einführung des elektronischen Patientendossiers in der Schweiz regelt, wird voraussichtlich 2017 in Kraft treten. Ziel ist es, den Austausch von medizinischen Informationen - wie Röntgenbildern, Spitalaustrittsberichten, Labordaten oder Medikationslisten - zwischen Ärzten, Spitälern, Heimen, Spitex-Organisationen und Apotheken zu erleichtern.

Dies soll die Behandlungsqualität insbesondere bei chronischen Krankheiten steigern. Es geht aber auch darum, unnötige Doppeluntersuchungen zu vermeiden und die Medikationssicherheit zu verbessern.

Patienten entscheiden selbst

Die Patientinnen und Patienten werden selbst entscheiden, ob sie ein ePatientendossier eröffnen wollen oder nicht. Sie können auch selbst festlegen, wer Zugriff auf welche Daten haben soll. Auch für die Ärztinnen und Ärzte ist eine Beteiligung am Datenaustausch freiwillig. Einzig die Spitäler und Pflegeheime müssen den elektronischen Datenaustausch - nach einer Übergangsfrist - sicherstellen können.