Der heute 34-jährige Marokkaner hat laut Gericht den Tatbestand der versuchten Brandstiftung im Zustand einer nicht selbst verschuldeten Schuldunfähigkeit begangen. Aufgrund dessen werde von einer Strafe abgesehen.

Laut dem psychiatrischen Gutachter leidet der geständige Mann an einer schweren psychischen Störung, einer paranoiden Schizophrenie. Die Tat habe er in psychotischen Zustand verübt.

Seit November befindet sich der Beschuldigte im vorzeitigen Massnahmenvollzug in einer psychiatrischen Klinik. Aufgrund seiner Krankheit besteht laut Gutachter erhebliche Gefahr neuerlicher Gewaltstraftaten, sollte der Mann seine Medikamente nicht konsequent regelmässig einnehmen.

Das Gericht ordnete entsprechend der gutachterlichen Empfehlung eine stationäre Massnahme an, wo die regelmässige Medikamentenabgabe gewährleistet ist. Dies sei - zumindest vorderhand - die beste Lösung.

Betreutes Wohnen statt Klinik

Der Beschuldigte selbst wäre gern in einer Einrichtung für betreutes Wohnen. In seinem Schlusswort erklärte er, "eine stationäre Massnahme braucht es nicht für mich". Dass er nicht in einer eigenen Wohnung leben kann, sah er aber ein.

Gemäss Bezirksgericht ist aber ein Austritt aus der Klinik noch nicht möglich. Er müsse bei der Behandlung mitarbeiten, dann seien "irgendwann immer mehr Schritte in die Freiheit möglich".

Der Marokkaner war als Teenager in die Schweiz gekommen. Seit er etwa 20 Jahre alt war, hatte er psychische Probleme. Immer wieder kam es zu Delikten und zu Klinikaufenthalten. Das Gericht anerkannte, der Beschuldigte wolle nicht kriminell sein - seine Taten seien Ausdruck seiner Krankheit.

Bücher mit "Gewaltsachen"

Am 22. Juni 2016 betrat der Mann mit einem Fünf-Liter-Kanister Benzin die Moschee der Stiftung Islamische Gemeinschaft Zürich unweit des Zürcher Bucheggplatzes. Als gerade keine Gläubigen im Gebetsraum waren, übergoss er dort lagernde Bücher mit Benzin, zündete dieses an und floh. Das Feuer wurde bald entdeckt und von den Gläubigen gelöscht. Es blieb beim Brandstiftungsversuch.

Als Erklärung, weshalb er das getan habe, sagte der Beschuldigte vor Gericht, in den Büchern hätten "Gewaltsachen und so" gestanden. Deshalb habe er sie vernichten wollen.

Damals habe er nicht weiter an die möglichen Folgen eines Feuers gedacht, heute sei ihm klar, dass "der ganze Saal" hätte brennen können. Der betroffenen Stiftung habe er eine Brief geschrieben, um sich zu entschuldigen, sagte er.

Schwere Familienprobleme

"Zu 90 Prozent" sei sein Zuhause schuld, dass es zur Tat gekommen sei, sagte der 34-Jährige. Sein Stiefvater habe ihn gehasst, seine Mutter habe ihn terrorisiert. "Mein Stiefvater hat mich krank gemacht."

Dies klinge zwar nach Ausrede, räumte der Verteidiger ein. Er betonte, dass es tatsächlich "gröbere Differenzen" zwischen seinem Mandanten und dessen Eltern gebe. Für die Mutter gelte denn auch ein Besuchsverbot in der Klinik.