William Shakespeare kam 1564 zur Welt, 1616 starb er. 2015 ist also das Jahr zwischen den beiden Gedenkjahren - dem 450. Jahrestag seiner Geburt und seinem 400. Todesjahr. Die Festspiele Zürich nehmen dies zum Anlass, den "vielleicht grössten Theaterdramatiker" zu ihrem Thema zu machen, wie es in einer Mitteilung vom Donnerstag heisst.

Im Zentrum des Programms stehen die wesentlichen Themen des gesellschaftlichen Zusammenlebens in der Renaissance: Geld, Macht und Liebe. Vom 12. Juni bis 12. Juli 2015 finden neben Theater und Musiktheater auch Opern, Konzerte, Ausstellungen, Gespräche und vieles mehr statt.

Ausgangspunkt bei der Entwicklung des Festspielthemas war "Romeo und Julia", wie es weiter heisst. Das Schauspielhaus lädt eine Inszenierung der Regisseurin Jette Steckel am Hamburger Thalia-Theater in den Pfauen ein. Und auch das Opernhaus bezieht sich in seiner Festspielpremiere auf "Romeo und Julia" mit der Belcanto-Oper "I Capuleti e i Montecchi" von Vincenzo Bellini.

Das Tonhalle-Orchester Zürich führt mehrere Konzerte mit Bezügen zu Shakespeare-Werken auf. Auch die Theater Neumarkt, Rigiblick und die Gessnerallee Zürich sowie das Museum Rietberg beteiligen sich mit passenden Beiträgen am Programm. Dazu kommen weitere Veranstaltungen in verschiedenen Zürcher Institutionen wie etwa dem Landesmuseum oder der Zentralbibliothek.

Preisverleihung im Schiffbau

Das vollständige Programm präsentieren die Festspiele Zürich Anfang März. Am 15. Juni 2015 findet im Rahmen der Festspiele die Preisverleihung des mit 50'000 Franken dotierten Festspielpreises 2015 statt.

Mit der Bühnen- und Kostümbildnerin und Regisseurin Anna Viebrock erhält eine für das Zürcher Kulturleben wichtige "Bühnenpersönlichkeit" diesen Preis. Gewürdigt wird Viebrock für die Entwicklung grossartiger Bühnenräume aber auch ihren Beitrag zum Zürcher Theaterleben.

Ihre Ausnahmestellung spiegle sich in den zahlreichen Auszeichnungen wider, heisst es weiter. Viebrock wurde mehrmals als Bühnenbildnerin und Kostümbildnerin des Jahres ausgezeichnet.

Eine enge Beziehung zu Zürich entwickelte Viebrock in der Zeit der Intendanz Christoph Marthalers von 2000 bis 2004, als sie Mitglied des Leitungsteams war. Auch ihr Debut als Regisseurin fand in Zürich statt.

Die Laudatio an der Preisverleihung im Schiffbau wird Regisseur Jossi Wieler halten. Wieler ist neben Marthaler einer der für Viebrock wichtigen Regisseure.