Vom 14. Juni bis 14. Juli sind Dutzende von Veranstaltungen programmiert. Das Motto "Treibhaus Wagner" nimmt Bezug auf ein von Richard Wagner vertontes Gedicht seiner Muse Mathilde Wesendonck, wie es in einer Mitteilung der Festspiele Zürich vom Montag heisst.

Das Motto stehe aber auch für Zürich, das dem in Deutschland politisch verfolgten Wagner von 1849-1858 Zuflucht und den "idealen Nährboden für seine Ideen geboten habe". Geschützt und beschützt habe seine Kreativität in Zürich "ungeahnte Blüten getrieben".

Repräsentative Aufführungen seiner Werke fanden jedoch erst später und ausserhalb von Zürich statt. Entsprechend begehen die Festspiele den 200. Geburtstag des Komponisten mit einem Programm, das den Werkstatt-Charakter seiner Zürcher Jahre ins Zentrum stellt.

Neuenfels setzt sich mit Wagner auseinander

Im Mittelpunkt der Festspiele steht gemäss Mitteilung die Uraufführung "Richard Wagner - Wie ich Welt" wurde. Dabei handelt es sich um einen Musiktheaterabend über Leben und Wirken, Denken und Komponieren von Wagner in Zürich und darüber hinaus.

Dabei liegt der musikalische Schwerpunkt auf den Werken, die hier entstanden sind. Autor und Regisseur dieser Koproduktion von Opernhaus und Schauspielhaus ist Hans Neuenfels.

Seine Musiktheaterproduktion zur Eröffnung der Festspiele wolle mehr Wagner-Reflexion sein als Jubiläumsgala und trage den Suchbewegungen und der Lust an formaler Grenzüberschreitung in Wagners Zürcher Zeit Rechnung, heisst es weiter.

Nike Wagner, Wagners Urenkelin, hält einen Festvortrag im Schauspielhaus. Dort untersucht ausserdem Regisseur David Marton in "Rheingold" den Mythos Wagner und die Macht seiner Musik. Neben der Festspielpremiere von Vincenzo Bellinis "La straniera" zeigt das Opernhaus Wagners "Der Fliegende Holländer".

Das Tonhalle-Orchester lässt - neben bekannten Wagner-Werken - scheinbar Nebensächliches aus Wagners musikalischem Treibhaus erklingen. Zudem rekonstruiert es unter anderem ein historisches Konzert in der Villa Wesendonck.

Villa Wesendonck - Zürichs "Grüner Hügel"

Dem "Grünen Hügel" Zürichs, dem heutigen Museum Rietberg mit der Villa Wesendonck und dem Rieterpark, kommt während der Festspiele eine wichtige Bedeutung als Veranstaltungsort und Treffpunkt zu.

Einen Überblick über die Wagner-Aufführungen in Zürich in den letzten 150 Jahren bietet die Ausstellung "Walküren über Zürich." im Kunsthaus. Das Festspiel-Symposium beschäftigt sich mit dem Thema "Exil als Daseinsform. Die Schauplätze Richard Wagners".

Weitere Veranstaltungen bieten auch das Theater Neumarkt, die Gessnerallee, das Theater Rigiblick, die Hochschule der Künste sowie das Moods. (sda)