Der Vorwurf, den die Zürcher Fussballklubs im Zusammenhang mit dem geplanten Stadion am meisten hören, lautet: Der FC Zürich und die Grasshoppers lassen sich von der Stadt ein 216 Millionen Franken teures Stadion bauen, ohne selbst etwas zu investieren.

Tatsächlich beschränkte sich der Einsatz der Klubs bisher auf die Beteiligung von je einer Million am Aktienkapital der Betriebsgesellschaft des Stadions. Die Stadt ihrerseits will laut Abstimmungszeitung maximal fünf Millionen in die AG investieren – zusätzlich zu den Baukosten und einer Defizitgarantie von 8,3 Millionen jährlich.

Nun aber scheint es, als wollten die Kritisierten etwas gegen ihr Knauser-Image unternehmen, um dem umstrittenen Stadion den Weg zu ebnen. Im Gespräch mit dem «Tages-Anzeiger» kündigte FCZ-Präsident Ancillo Canepa jedenfalls an, die Klubs wollten sich nicht mit insgesamt zwei, sondern mit fünf Millionen an der Betriebsgesellschaft beteiligen. GC-Präsident André Dosé bestätigt, man wolle den Einsatz erhöhen. Er spricht aber etwas zurückhaltender von «drei bis fünf Millionen».

«Ein leeres Versprechen»

Bei der Stadt Zürich nimmt man diese Nachricht zufrieden zur Kenntnis. «Herr Canepa setzt ein erfreuliches Zeichen», sagt Urs Spinner, Sprecher des städtischen Hochbaudepartements auf Anfrage. Offiziell sei allerdings noch kein Betrag vereinbart, da die Gründung der Betriebs-AG erst nach der Abstimmung in Angriff genommen werde. Denkbar sei, dass die Stadt ihren Anteil am Aktienkapital senke, wenn die Klubs mehr investierten. «Sicher ist aber, dass die Stadt die Stimmenmehrheit in der AG halten wird», so Spinner.

Derweil kritisieren die Stadiongegner Canepas Ankündigung als «leeres Versprechen». In ihrer Mitteilung weisen sie darauf hin, dass die Fussballclubs der Betriebsgesellschaft zu einem früheren Zeitpunkt bereits fünf Millionen zugesichert hatten, später aber davon abgerückt seien. Die neuerliche Zusicherung sei nichts wert, da kein Vertrag darüber existiere, «dass die Vereine das Geld je zahlen werden».

(awe)