Für die Befürworter des neuen Zürcher Fussballstadions war die letzte Woche zum Vergessen. Seit die Präsidenten der beiden Spitzenklubs FCZ und GC mit einer symbolischen Fahnenzeremonie auf dem Hardturm-Areal die Kampagne für die Volksabstimmung im Herbst lanciert haben, gab es fast nur noch Negativ-PR.
Verantwortlich dafür waren die Fans der beiden Vereine. Zuerst verschwand in einer nächtlichen Aktion die Flagge des FCZ aus dem Hardturm, keine 24 Stunden, nachdem sie dort neben jener von GC gehisst worden war.

Dass dahinter Anhänger des Stadtrivalen steckten, ist nicht erwiesen, aber naheliegend. Dann zündeten Fans des FCZ am Mittwochabend während des Zürcher Derbys im Halbfinal des Schweizer Cups eine grosse Menge an Pyros und Knallkörpern. Und nach verlorenem Spiel versuchten sie ausserhalb des Stadions, GC-Fans mit Feuerwerkskörpern anzugreifen. Zudem lieferten sie sich Scharmützel mit der Polizei.

«Enorme Menge» an Pyros

Gestern hat sich nun der FC Zürich mit einer ausführlichen Medienmitteilung an die Öffentlichkeit gewandt, in der er sich «vehement» gegen Knallkörper ausspricht. Das Benehmen der FCZ-Fankurve während des Derbys habe eine Flut von negativen Reaktion anderer Matchbesucher ausgelöst, sagte Martin Guglielmetti von der Sicherheitskommission des Vereins auf Anfrage. Ein besonderes Ärgernis seien nebst den Pyro-Fackeln die lauten Böller, welche einige Fans in jüngster Zeit regelmässig während der Spiele zündeten. Diese stellten eine grosse Gefahr für die Leute rundum dar - erst recht, wenn sie in einer vollen Fankurve gezündet würden.

Das Image des FCZ nimmt laut Guglielmetti wegen solcher Vorfälle massiv Schaden, und das negative Image gefährde dann auch das Stadionprojekt, für das die Stimmbürger 225 Millionen sprechen müssten. Die Sorge um das Stadion sei aber nicht ausschlaggebend für den Gang an die Öffentlichkeit. Den Ausschlag gegeben habe die «enorme Menge» an pyrotechnischem Material zu tun, die zuletzt gezündet worden sei.

Der FC Zürich hat gestern angekündigt, dass die Verantwortlichen aus der Fankurve konsequent verfolgt würden. Der Verein helfe den Behörden dabei nach Kräften. Konkret bedeutet das laut Guglielmetti, dass Fotos der Schuldigen im Internet veröffentlich werden könnten. So, wie das der Verein schon zweimal getan habe. Derzeit sei man daran, die Aufnahmen auszuwerten Nächste Woche muss der Zürcher Fussball zunächst aber weitere Negativschlagzeilen verdauen. Dann steht der Pyro-Werfer vor Gericht, der 2011 für die «Schande von Zürich» sorgte.