Der FC Zürich hat den nigerianischen Stürmer «Lucky» Isibor 2002 fristlos entlassen, weil er HIV-positiv war. Nach einem elfjährigen Rechtsstreit hat das Zürcher Obergericht jetzt entschieden, dass die Entlassung zu Unrecht erfolgt sei.

«Im Umstand einer HIV-Infektion eines Arbeitnehmers allein kann keine Unzumutbarkeit des Arbeitsverhältnisses für einen Arbeitgeber gesehen werden», schreibt das Gericht in einem 62-seitigen Urteil. Deshalb verpflichtet das Gericht den FC Zürich, den Hinterbliebenen des in der Zwischenzeit verstorbenen Isibors 315 000 Franken zu zahlen.

Der Entscheid fiel im letzten Frühling und ist in der Zwischenzeit rechtskräftig geworden, wie eine Sprecherin des Obergerichts der «NZZ am Sonntag» sagt.

Der FC Zürich war die letzte Station von Isidor

Der Stürmer, ein ehemaliger nigerianischer Junioren-Internationaler, war im Frühling 2002 vom südkoreanischen Klub «Samsung Blue Wings» zum FC Zürich gestossen.

Damals war Georges Bregy FCZ-Trainer. Bei medizinischen Tests nach Vertragsabschluss stellte der Mannschaftsarzt eine HIV-Infektion fest, worauf der Klub den damals 25-Jährigen fristlos entliess.

Der Stürmer fand anschliessend keinen Klub mehr, weder in der Schweiz noch im Ausland. Isibor starb im letzten Sommer in Nigeria, wie die «NZZ am Sonntag» schreibt.