Testflug

Fast-Kollision über Zürich: Drohne und Rega-Helikopter verfehlen sich nur knapp

Der Rega-Helikopter flog aufgrund der Wolkendecke tiefer als sonst üblich. (Symbolbild)

Der Rega-Helikopter flog aufgrund der Wolkendecke tiefer als sonst üblich. (Symbolbild)

Bei einem Testflug über Zürich kollidierte eine Drohne beinahe mit einem Rettungshelikopter. Die Rega hat das Bundesamt für Zivilluftfahrt eingeschaltet und warnt vor unvorhersehbaren Flugwegen.

Das Interesse war gross, als der Schweizer Shopping-Marktplatz Siroop im vergangenen Jahr in Zürich mit einer Drohne Pakete auslieferte. Es hätten Testflüge stattgefunden, ohne dass es zu Probleme gekommen sei, teilte das Bundesamt für Zivilluftfahrt (Bazl) mit. Dies stimmt jedoch nicht ganz, wie die "SonntagsZeitung" berichtet. Bei einem Testflug kam es zu einer kritischen Situation.

Am Nachmittag des 29. Septembers flog die Drohne mit 72 Kilometern pro Stunde über das Quartier Witikon in Richtung Stadt. Der Himmel war bedeckt, die Sicht mässig. Gleichzeitig näherte sich ein Helikopter der Rega, der aufgrund der Wolkendecke tiefer als üblich flog und auf dem Weg ins Universitätsspital Zürich war. Dabei kam es beinahe zur Kollision. Der Abstand zwischen der Drohne und dem Helikopter betrug am Schluss nur noch 400 Meter horizontal und 100 Meter vertikal. Gemäss der "SonntagsZeitung" passierte der Hubschrauber den Kreuzungspunkt der Flugbahnen lediglich 27 Sekunden vor der Drohne.

Rega warnt vor unvorhersehbaren Flugwegen

Dieser Abstand sei zu gering, sagt die Rega. Zudem habe die Besatzung die Drohne gar nicht bemerkt. Das Bazl kommt nach einer Analyse allerdings zum Schluss, dass alles unter Kontrolle war. Der Drohnenpilot habe den Luftraum jederzeit überwacht. Die Drohne sei weitergeflogen, weil dem Piloten angezeigt wurde, dass es nicht zu einer Kollision komme.

Passiert ist letztlich nichts, weil der Rega-Helikopter erwartungsgemäss weiterflog. Darauf könne man sich jedoch nicht verlassen, warnt die Rega, da es während Rettungseinsätzen zu unvorhersehbaren Flugwegen kommen könne. Zudem müsse die Besatzung ihren Einsatz leisten können, ohne zusätzliche Massnahmen wegen einer Drohne zu treffen.

Gemäss Bazl hat man aus dem Vorfall seine Schlüsse gezogen. In einer vergleichbaren Situation würde man künftig in Erwägung ziehen, die Drohne nicht starten zu lassen. Die Schweizerische Sicherheitsuntersuchungsstelle (Sust) wurde nicht eingeschaltet.

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