Detailhandel
Fast Food für gesunde Esser: «Coop to Go» startet in Zürich

Fertig zubereitet und trotzdem frisch liegt bei der Verpflegung offenbar im Trend: Eine Woche nach der Migros hat auch Coop einen Take-Away Laden mit neuem Konzept eröffnet. Am Mittwoch öffnet die Filiale im Bahnhof Stadelhofen.

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Fruechte, Doerrfruechten und Muesli in der neuen Coop to go Filiale
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Der Eingang der neuen Coop to go Filiale
Die Müeslibar in Coop to go
Coop to go
Fruchtsalate und Muesli in portionierten Plastikverpackungen

Fruechte, Doerrfruechten und Muesli in der neuen Coop to go Filiale

Keystone

Keine Brausegetränke, sondern frische Fruchtsäfte, keine fetttriefenden Pizzastücke, sondern Birchermüesli. Coop eröffnet seinen ersten Laden nach dem neuen Take-Away Konzept am Mittwoch im Bahnhof Stadelhofen in Zürich. Das Konzept sieht vor, dass Coop to go-Shops ausschliesslich sofort zu konsumierende und trotzdem frische Lebensmittel anbieten. Das Sortiment reicht von Früchten über kalte und warme Sandwichs bis zu Pizzas und hausgemachten Säften. Dazu gibt es eine Müeslitheke und eine Salatbar, an denen die Kunden sich das eigene Müesli oder den eigenen Salat zusammenstellen können.

Beim Testladen My Way der Migros Aare an der Spitalgasse in Bern sieht das Angebot ähnlich aus. Zusätzlich bietet My Way noch die Möglichkeit Sandwiches, Menus sowie Kaffee und Kuchen individuell zusammenstellen zu lassen. Beide Grossverteiler legen dabei nach eigenen Angaben grossen Wert darauf, dass das Angebotene frisch ist und möglichst keine Zusatzstoffe enthält.

Fast-Food und trotzdem gesund: Tatsächlich werden solche Produkte in der Schweiz immer stärker nachgefragt. Gemäss Coop wurden in der Schweiz bereits im letzten Jahr 2,6 Milliarden Franken für so genannte Frischconvenience-Produkte ausgegeben. Triebfeder der Entwicklung sind die veränderten Essgewohnheiten - es wird immer weniger über Mittag zu Hause gekocht - und die Zunahme der Ein-Personen-Haushalte. Mit veganen Müesli und artisanalen Broten sollen möglichst viele aktuelle Ernährungstrends abgedekt werden.

Ob das Coop to Go-Sortiment auch den Nachhaltigkeitsgedanken seiner Zielgruppe bedacht hat, lässt der Detailhändler nicht verlauten. Immerhin müssen die zahlreichen exotischen Lebensmittel im Sortiment über den Luftweg in die Schweiz gebracht werden, was nicht ganz dem ökologischen Gedanken entspricht, den das Konzept vermitteln will.

Skepsis gegenüber Ladenkonzept

Die Nachfrage nach Fertigprodukten werde darum tatsächlich steigen, sagt Detailhandelsexperte Gotthard F. Wangler auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda. Trotzdem zeigt er sich skeptisch gegenüber den neuen Ladenkonzepten.

Denn einerseits hätten beide Detailhandelsunternehmen unter anderem mit Migrolino und Coop Pronto schon ähnliche Ladenkonzepte. "Die neuen Läden werden lediglich die bereits bestehenden Angebote konkurrenzieren", sagt Wangler. Das führe zwar zu mehr Wettbewerb aber nicht zu mehr Umsatz. Andererseits bezweifelt Wangler, dass Migros und Coop die dafür nötigen Standorte finden werden.

Für solche Konzepte seien hochfrequentierte Lagen nötig. Coop hat sich zum Ziel gesetzt, bis in fünf Jahren 50 Coop to go-Läden zu eröffnen. "Das ist eine Illusion", sagt Wangler dazu. Denn solche Standorte seien sehr begehrt und darum kaum so schnell zu erhalten.

Coop hält dagegen, dass man sich bereits vier Standorte in Zürich und Zug gesichert habe. Die Migros Aare zeigt sich bei ihren Ausbauzielen vorsichtiger. Das neue Konzept wird gemäss Mitteilung in Bern ein halbes Jahr getestet. Erst danach würden weitere Standorte geprüft

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