Neujahr
Farbiges Wetterleuchten am Zürcher Silvesterzauber versinkt halb im Nebel

Mehr Wetterleuchten als Feuerwerk-Spektakel haben die Menschen beim Start ins neue Jahr in Zürich erlebt. Wegen des Nebels war nur etwa die Hälfte des Silvester-Feuerwerks über dem Zürichsee zu sehen. Unbekannte griffen später im Niederdorf Polizisten an und demolierten zwei Streifenwagen.

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Das grosse Silvesterfeuerwerk in Zürich.
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Silvester in Zürich
Das grosse Silvesterfeuerwerk in Zürich.
Das grosse Silvesterfeuerwerk in Zürich.
Menschen verbringen den Jahreswechsel auf der Polyterrasse der ETH Zürich
Polizeifahrzeug der Stadtpolizei Zürich auf der Polyterrasse der ETH Zürich

Das grosse Silvesterfeuerwerk in Zürich.

Keystone

An der Festmeile rund um das Seebecken versammelten sich nach Angaben der Organisatoren rund 120'000 Besucherinnen und Besucher "zur grössten Silvesterparty der Schweiz". Wegen der warmen Temperaturen waren viele von ihnen früher und zahlreicher gekommen als letztes Jahr, wie die Organisatoren mitteilten.

Als 20 Minuten nach Mitternacht das Feuerwerk begann, hatten sich dann aber zahlreiche Nebelschwaden gebildet. Die von den drei Ledischiffen auf dem Zürichsee abgefeuerten Lichtkugeln, Leuchtföntänen und Knattersterne verschwanden deshalb zum Teil im Dunst.

Es sei nur etwa die Hälfte des Feuerwerks zu sehen gewesen, haderte OK-Präsident Thomas Irniger. "Etwa alle vier Jahre erwischt es uns. Und so war es auch heute", sagte er. Am Himmel habe es teilweise eher ausgesehen wie bei einem "farbigen Wetterleuchten". Gejubelt worden sei trotzdem.

Komponiert worden war das Lichterspektakel wie in den Vorjahren vom Innerschweizer Feuerwerkskünstler Manuel Hirt. Festschluss war nach Angaben des Vereins Silvesterzauber um 3 Uhr früh.

Unbeteiligter von Rakete an Hand verletzt

Der Silvesterzauber verlief aus Sicht der Zürcher Stadtpolizei ohne gravierende Zwischenfälle. Vereinzelte Personen hielten sich nicht an das Verbot und zündeten Feuerwerk inmitten der Menschenmenge, wie es in einer Mitteilung vom Freitag heisst. Die Polizei stellte mehrere Feuerwerkskörper sicher.

Ein Mann wurde festgenommen. Er hatte am Utoquai eine Rakete zünden wollen. Dabei fiel der Feuerwerkskörper zu Boden, explodierte und verletzte einen 18-jährigen Unbeteiligten leicht an der Hand.

Zwei weitere Männer wurden verhaftet, weil sie beim Sechseläutenplatz Feuerwerk gezündet hatten. Sie bespuckten die Polizisten bei der Kontrolle. Zudem gingen bei der Stadtpolizei mehrere Meldungen ein, dass Feuerwerk gegen Menschen oder Häuser gezündet werde.

Der Rettungsdienst von Schutz & Rettung leistete in der Silvesternacht rund 90 Einsätze, beispielsweise wegen Stürzen oder übermässigen Alkoholkonsums. Die Feuerwehr rückte neunmal aus, wie es in einer Mitteilung heisst.

Tätliche Angriffe gegen Polizisten

Unbekannte setzten gegen 1.15 Uhr im Niederdorf eine Telefonzelle in Brand und zündeten Feuerwerk gegen die McDonalds Filiale. Als die Polizei eintraf, stiess sie auf eine Gruppe von rund 50 Personen. 10 bis 20 von ihnen griffen die Einsatzkräfte tätlich an. Als diese wehrten, wurden sie mit Flaschen, Steinen und Feuerwerk attackiert.

Zur Verteidigung setzten die Polizistinnen und Polizisten Reizstoff ein. Wegen der grossen Anzahl Angreifer und der "massiven Gewaltbereitschaft" zogen sich die Einsatzkräfte zurück und forderten Verstärkung an. In dieser Zeit demolierten die Angreifer zwei parkierte Streifenwagen.

Erst durch die Verstärkung und den Einsatz von Gummischrot habe die Situation beruhigt werden können, schreibt die Stadtpolizei. Den Unbekannten gelang es, unbemerkt in der Menschenmenge unterzutauchen.