Familiengärten

Familiengärtner freunden sich mit neuem Standort «Dunkelhölzli» an

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Die Familiengärten, die in Zürich-Altstetten wegen des geplanten Eis- und Sportstadions verschwinden, sollen im «Dunkelhölzli ersetzt werden. Das betroffene Areal liegt in der Nähe der Stadtgrenze zu Schlieren.

Das Areal «Dunkelhölzli» liegt unweit des jetzigen Standorts der Schrebergärten, südwestlich des Siedlungsgebiets von Zürich- Altstetten. Damit das Gebiet aber durch Gärten genutzt werden kann, ist eine Umzonung von der Freihaltezone in die Erholungszone erforderlich, wie es in einer Mitteilung des städtische Hochbaudepartements vom Mittwoch heisst. Bis am 13. Februar 2012 liegt die Zonenplanänderung auf.

Bestehende Familiengartenareale kämen aufgrund der dynamischen Entwicklung in der Stadt Zürich vermehrt unter Druck. In Altstetten sind die Areale «Bernerstrasse/Vulkan» und «Juchhof» vom Nationalstrassenprojekt Grünau und von der geplanten Eis- und Sportarena der ZSC Lions betroffen.

Die Stadt Zürich plant eine Eishockey-Arena mit 12'000 Sitzplätzen. Der Standort wäre verkehrstechnisch ideal, da er nur 700 Meter vom Bahnhof Altstetten und direkt bei der Autobahn liegt. Die Eröffnung ist für 2015 geplant.

«Lieber Dunkelhölzli als gar nicht»

120 von insgesamt 300 Schrebergärten sollen den Projekten zum Opfer fallen. Der Familengartenverein Altstetten-Albisrieden wehrte sich mit einer Petition dagegen. Er übergab dem Stadtrat im April 2010 15'000 Unterschriften.

Die Petition werde erst wieder ein Thema, wenn es konkret um die Umzonung des Vulkanareals gehe, sagte Markus Peer, Präsident des Familiengartenvereins Altstetten-Albisrieden, am Mittwoch gegenüber der sda. Die Meinungen innerhalb des Vereins hätten sich aber etwas geändert. «Lieber im Dunkelhölzli als gar nicht», sagte Peer.

Im Vorstand sei niemand mehr gegen das neue Areal. Zwei Drittel der betroffenen Mitglieder wohnten in den Quartieren Altstetten oder Albisrieden, und die anderen kämen sowieso mit dem Auto. «Der Standort Dunkelhölzli ist durchaus zumutbar. Ich finde es einen guten Ort.»

Offener Landschaftspark

Es sei ein wachsender Trend zum Gärtnern erkennbar, der zu einer steigenden Nachfrage nach Gartenflächen führe, schreibt das Hochbaudepartement. Die klassische Nutzung von Familiengärten sei im Wandel. Neue Trends benötigten ein anderes Flächenangebot und eine andere Infrastruktur.

Beim «Dunkelhölzli» will die Stadt deshalb ein möglichst breites Spektrum an Gartennutzungen anbieten. «Es soll eine Art offener Landschaftspark entstehen», sagte Lukas Handschin von Grün Stadt Zürich auf Anfrage. Es sei auch topografisch ein interessantes Gebiet zwischen dem Stadtrand und dem Wald.

Bereits in der ersten Etappe könnten gemäss Handschin alle wegen des Eisstadions verschwindenden Schrebergärten ersetzt werden. In einer zweiten Etappe könnten sogar weitere Gärten entstehen. «Nun geht es darum, mit den Nutzern zusammen die Pläne weiterzuentwickeln», sagte Handschin, «damit man im Februar mit Planungssicherheit starten kann.»

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