Ladenöffnungszeiten
Familienbetriebe dürfen künftig auch an Sonntagen öffnen

Bislang durften ausserhalb der Bahnhöfe nur Tankstellenshops an stark befahrenen Strassen am Sonntag Waren verkaufen. Der Regierungsrat will dies auf Anregung des Kantonsrates nun ändern.

Michael Rüegg
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Nicht mehr nur Tankstellenshops sollen im Kanton Zürich an Sonntagen ihre Türen öffnen dürfen.

Nicht mehr nur Tankstellenshops sollen im Kanton Zürich an Sonntagen ihre Türen öffnen dürfen.

Wann ein Laden auf Zürcher Boden geöffnet sein darf, bestimmen kantonale Gesetze. Wer jedoch zu welchen Zeiten im Laden arbeiten darf, unterliegt dem Arbeitsrecht des Bundes. Dies hat in der Vergangenheit beim Sonntagsverkauf oft zu Verwirrungen und Spannungen geführt. Auch musste der Kanton nach bisherigem Recht bestimmen, was eine «stark befahrene Strasse» ist und welche Artikel Reisende an einem Sonntag einkaufen dürfen sollen und welche nicht. Über die Frage, ob Tiefkühlpizzas, Rasierklingen oder Damenstrümpfe zum Teil- oder zum Vollsortiment eines Ladens gehören, scheiden sich nach wie vor die Geister.

Der Zürcher Regierungsrat strebt mittels Verordnungsänderung eine Vereinfachung an. Er hebt die Lage- und die Sortimentsbeschränkung auf. Neu dürfen also nicht nur Tankstellenshops an gewissen Strassen sonntags geöffnet sein, sondern alle Geschäfte bis 200 Quadratmeter Fläche. Zudem schreibt der Kanton nicht mehr vor, welche Waren angeboten werden dürfen.

Soweit so gut, bloss bringt die Änderung nur dann etwas, wenn auch Personal im Laden steht. Und dies ist eben wegen der Einschränkungen im Arbeitsgesetz nur sehr eingeschränkt möglich. Bleiben also inhabergeführte und Familienbetriebe. Sie profitieren künftig von der liberalen Regelung der Öffnungszeiten an Sonn- und Feiertagen. Und zwar unabhängig von ihrer Lage und ihrem Sortiment.

Die Änderungen in der entsprechenden Verordnung geht auf ein Postulat des Kantonsrates zurück. Dieses schrieb er am Montag nach einer kurzen Diskussion ab. Während die bürgerlichen Parteien die Änderungen begrüsste, warnte die Linke und die EDU vor weiteren Liberalisierungen bei den Öffnungszeiten im Detailhandel. Grüne und SP verwiesen auf die abgelehnte Volksinitiative «der Kunde ist König».