Zürich

Falscher de Rothschild wird vom Handelsgericht gebüsst

Das Logo der Bank Edmond de Rothschild in Genf (Archiv)

Das Logo der Bank Edmond de Rothschild in Genf (Archiv)

Ein 60-Jähriger wurde vom Zürcher Handelsgericht gebüsst: Jahrelang hatte er unter der Bezeichnung „Philipp de Rothschild“ Übernahmeangebote an bekannte, international tätige Firmen gerichtet.

Der Kaufmann habe im Namen diverser selbst erfundener Ableger der Bank Rothschild- etwa „Rothschild International Banking Group Inc."- sogenannte „Tender Offers" an renommierte Unternehmen wie Sprüngli oder die UBS gerichtet, berichten verschiedene Quellen. An letztere habe er sich in einem Inserat in der „Basler Zeitung" gewendet und verkündet, es stehe eine feindliche Übernahme der UBS durch verschiedene US-Banken bevor, schreibt die „20 Minuten". Der Mann sei kein unbeschriebenes Blatt. So habe er sich bereits in den neunziger Jahren wahrheitswidrig als «Bankier Rothschild» ausgegeben und sei mit einer gestohlenen Kreditkarte um die Welt gereist. Damals habe er mittels einer Firma einen Vertrag über den Kauf einer Zürcher Bank abgeschlossen. Bevor es dazu kam, sei der Beschuldigte aufgeflogen und habe danach ein Jahr im Gefängnis verbracht.

Danach habe er weiterhin für Verwirrung auf dem Zürcher Finanzplatz gesorgt: Seine Visitenkarten haben darauf schliessen lassen, dass er bei der echten Bank Rothschild tätig sei. Von Übernahmeangeboten bis hin zu Pralinenlieferungen habe er versucht, im Namen der Bank zu wirken. Nachfragen bei Rothschild haben jeweils das Gegenteil zutage gebracht.

Namen und Logo der Bank Rothschild dürfe er in Zukunft nicht mehr verwenden, habe das Handelsgericht entschieden. Zudem müsse er eine Prozessentschädigung entrichten. (fwa)

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