Sebastian Brändli, Chef des Zürcher Hochschulamts und seinerzeit engster Mitarbeiter der ehemaligen Bildungsdirektorin Regine Aeppli (SP), kann aufatmen: Staatsanwalt Andrej Gnehm hat die Ermittlungen gegen ihn eingestellt. Er hatte Brändli verdächtigt, einem Journalisten der heutigen «Schweiz am Sonntag» Mörgelis Entlassung mitgeteilt zu haben, was er stets bestritt – er habe den Reporter am Telefon bloss vor einer «Zeitungsente» bewahren wollen.

In der Einstellungsverfügung vom 17. Juli 2015, aus der die SonntagsZeitung zitiert, begründet Gnehm, dass sich «bei einer Gesamtwürdigung der vorliegenden Sach- und Beweislage» die Indiskretion «nicht anklagegenügend dem Beschuldigten zuschreiben» lasse. «Mangels anderweitiger Anhaltspunkte könnte das Leck geradesogut innerhalb der damaligen Führung der Bildungsdirektion vermutet werden», führt der Staatsanwalt weiter aus – mit anderen Worten: Er verdächtigt auch die damalige Chefin persönlich. Doch das Kantonsparlament billigte Aeppli die Immunität zu, ausserdem hat sie bei der Einvernahme beharrlich geschwiegen.

Aus den Unterlagen geht zudem hervor, dass Aeppli keinen geringeren als den Zürcher Top-Strafverteidiger Lorenz Erni zur Seite hat. Zu seinen Klienten gehören Figuren wie Sepp Blatter, Roman Polanski und Viktor Vekselberg, der Stundenansatz des Edel-Advokaten dürfe ein höherer dreistelliger Betrag sein – zulasten des Steuerzahlers.

Strafverfolger Gnehm leitete das Verfahren ein, nachdem die Universität Zürich im September 2012 Anzeige gegen Unbekannt wegen mehrfacher Amtsgeheimnisverletzung eingereicht hatte. Anlass waren ein Artikel des «Tages Anzeigers» über interne Kritik an der fachlichen Leistung von SVP-Nationalrat Christoph Mörgeli als Museumskurator des medizinhistorischen Instituts sowie besagte Meldung der heutigen «Schweiz am Sonntag», die dessen Kündigung durch die Hochschule vorwegnahm.