Universität Zürich

Fall Mörgeli: Iris Ritzmann zerpflückt Koller-Gutachten

Iris Ritzmann wirft Koller vor, er habe er bewusst jegliche Fakten ausgeblendet, die sie hätten entlasten können.

Iris Ritzmann wirft Koller vor, er habe er bewusst jegliche Fakten ausgeblendet, die sie hätten entlasten können.

Die von der Universität Zürich entlassene ehemalige stellvertretende Leiterin des Medizinhistorischen Instituts, Iris Ritzmann, wirft Gutachter Heinrich Koller unter anderem «gravierende Fehldarstellungen und Verzerrungen» vor.

Koller hatte im Auftrag der Universitätsleitung Fragen zur Rechtmässigkeit von Ritzmanns Kündigung beurteilt. Das eigentliche sie betreffende Gutachten hat die Professorin zwar noch immer nicht zu Gesicht bekommen, ihre Kritik zielt deshalb auf die öffentlich zugängliche gekürzte Fassung.

Koller habe sich eine endgültige Bewertung der Kündigung angemasst, ohne ausreichend informiert gewesen zu sein. Der Gutachter hat sich lediglich aus Akten informiert, die ihm die Uni zur Verfügung gestellt hat. Zudem habe er bewusst jegliche Fakten ausgeblendet, die sie hätten entlasten können, schreibt Ritzmann.

Vorverurteilung durch Gutachter

Unter anderem griff Koller auch der Strafuntersuchung vor: «Sie wird dafür strafrechtlich belangt werden», steht in der Kurzfassung seines Gutachtens über Ritzmann. Diese Vorwegnahme eines Urteils in einem Strafverfahren, das Koller nicht aus der Nähe kannte, ist heikel. In Strafverfahren gilt stets die Unschuldsvermutung.

Insgesamt listet Ritzmann auf 16 Seiten ihrer Stellungnahme etliche Kritikpunkte auf und kommt zum Schluss, dass Kollers Gutachten zur Rechtfertigung ihrer Entlassung nichts tauge.

Zu Wort meldete sich in der «NZZ am Sonntag» auch der neue Rektor der Uni, Michael Hengartner. Er räumt im Zusammenhang mit Ritzmanns Entlassung Fehler ein. «Das lief nicht gut», sagte Hengartner.

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