Entgegen anders lautenden Medienberichten betreibe Carlos kein Thaiboxen, versicherte Riesen-Kupper. Er absolviere lediglich ein Fitnesstraining in einem Hotel.

Laut Justizdirektor Graf geniesst die mit mit dem Sondersetting betraute Sozialfirma Riesen-Oggenfuss in der ersten Phase über einen "vergleichsweise grossen Gestaltungsraum". Ziel sei es, Carlos zu stabilisieren und auf ein Setting vorzubereiten, in dem er arbeiten, die Schule besuchen und eine Therapie absolvieren müsse.

Dauer des Aufenthalts unbekannt

Wie lange Carlos in Holland bleiben werde, wollten Graf und Riesen-Kupper nicht beanworten. Das neu Sondersetting funktioniere. Es sei aber ein gewisser Handlungsfreiraum nötig. «Wir ziehen das jetzt so durch», so der Justizdirektor

In der zweiten Phase des Settings, das in wenigen Wochen beginne, werde er in einer einfachen Wohnung mit enger sozialpädagogischer Betreuung untergebracht. Die Tagesstruktur bestehe aus Schule, Arbeitstätigkeit und Praktika, sagte Riesen. Sporttrainings könne Carlos lediglich in seiner Freizeit besuchen.

Mit der Verlegung nach Holland sollte Carlos auch aus dem Schussfeld genommen werden. «Wir hofften, im Ausland hätten wir Ruhe», so der Oberjugendstaatsanwalt. In Hollland wird Carlos von zwei Personen betreut. Die Kosten richten sich nach dem neuen Setting mit einem Kostendach von 19 000 Franken monatlich.

Graf weist Kritik von sich

Justizdirektor Martin Graf wies die Kritik im Zusammenhang mit den neuen Entwicklungen vor sich. Es sei nicht an ihm, jederzeit über den Aufenthaltsort von Carlos informiert zu sein. Dafür gebe es die Betreuung. Ein Rücktritt sei kein Thema.

In Bezug auf das neue Setting baten sowohl Graf wie auch Riesen um Geduld.

Boxen nur noch in der Freizeit

Aufgrund eines Urteils des Bundesgerichts befindet sich Carlos seit vergangenem Donnerstag in einem neuen Sondersetting in der Obhut der Sozialfirma Riesen-Oggenfuss. Regierungsrat Martin Graf als politischer Vorgesetzter der Oberjugendanwaltschaft hatte eine strenge Kostenkontrolle, den Verzicht auf jeden Luxus und den Verzicht auf Kampfsportausbildungen als Teils des Settings verlangt.

Die neue Sonderbehandlung ist monatlich rund 10'000 Franken günstiger als die erste. Carlos muss eine Ausbildung machen. Thaiboxen darf er zwar weiterhin, aber nur noch in seiner Freizeit. (sda/cze)

Das macht Carlos in Holland

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