Zweimal hatte der Staatsanwalt eine lebenslängliche Freiheitsstrafe mit anschliessender Verwahrung für den heute 66-jährigen Mann aus Bonstetten verlangt.

Das Bezirksgericht Winterthur sprach sich im August 2013 dagegen aus und verhängte wegen Mordes eine Freiheitsstrafe von 18 Jahren. Im Januar dieses Jahres bestätigte das Zürcher Obergericht dieses Urteil in zweiter Instanz.

Die Staatsanwaltschaft akzeptiert nun dieses Urteil, wie der leitende Staatsanwalt Ulrich Weder am Montag gegenüber dem "Regionaljournal Zürich-Schaffhausen" von Radio SRF sagte. Nachdem die beiden Vorinstanzen eine Verwahrung abgelehnt hätten, seien die Chancen als gering eingestuft worden, dass das Bundesgericht zu einem anderen Schluss gelangt.

Reduktion des Strafmasses unrealistisch

Auch die Verteidigung wird das Urteil des Obergerichts nicht anfechten. Das Hauptziel, dass der 66-Jährige nicht verwahrt werde, sei erreicht worden, sagte dessen Verteidiger im "Regionaljournal".

Dass das Strafmass von 18 Jahren vom Bundesgericht reduziert würde, sei nicht realistisch, sagte der Verteidiger, der vor Obergericht auf vorsätzliche Tötung und eine Freiheitsstrafe von sieben Jahren plädiert hatte.

Der Mann aus Bonstetten hatte im Frühling 2010 seinen Sohn einen Tag vor dessen fünften Geburtstag getötet. Bereits 1990 hatte er einen Sohn aus einer andere Ehe töten wollen. In beiden Fällen lagen ähnliche Situationen - Trennungen von der Partnerin und Verlustängste - vor.

Das Bezirks- und das Obergericht kamen beide zum Schluss, dass es höchst unwahrscheinlich sei, dass der Mann noch einmal in eine ähnliche Situation gerate. Bei einer Freilassung nach Verbüssung der 18 Jahre sei der Mann zu alt - die Rückfallgefahr sei damit klein.