Winterthur
Fake-Kandidatur sorgt für Wirbel: Juso schlagen Deutsche als Stadträtin vor

Die Jungsozialisten sorgten in Winterthur mit einer Fake-Kandidatur für Aufsehen. Clara Plantiko wurde für einen Sitz im Stadtrat vorgeschlagen, besitzt aber keinen Schweizer Pass. Die übrigen Parteien zeigen sich wenig erfreut über die Aktion.

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Die Jungsozialisten schlugen eine Gymnasiastin als Winterthurer Stadtratskandidatin vor, obwohl diese keinen Schweizer Pass besitzt. (Archiv)

Die Jungsozialisten schlugen eine Gymnasiastin als Winterthurer Stadtratskandidatin vor, obwohl diese keinen Schweizer Pass besitzt. (Archiv)

Keystone

Die Jungsozialisten überraschten in Winterthur innert drei Tagen gleich zweimal. Zuerst schlugen die Juso am Montag die 18-jährige Clara Plantiko als Stadtratskandidatin vor. Am Mittwoch hiess es dann, die Kandidatur sei ein "Fake". Der Grund: Die Gymnasiastin ist gar nicht wahlberechtigt. Plantiko lebt seit ihrem dritten Lebensjahr in Winterthur, ist aber in Deutschland geboren und besitzt keinen Schweizer Pass.

"Wir wollten darauf aufmerksam machen, dass die Demokratie schwer beschädigt wird, wenn Ausländerinnen und Ausländer nicht mitbestimmen können", erklärt Luca Dahinden, Co-Präsident der Juso Kanton Zürich. Die anderen Parteien hatten weniger Freude an der Aktion. SVP-Präsident Simon Bürchi sagte zum "Landboten": "Diese Fake-Kandidatur kommt mir vor wie ein Hüftschuss." FDP-Fraktionspräsident Stefan Feer sagte gar, die Juso machten sich damit über die Wähler und den politischen Prozess lustig.

Die SP unterstütze das Anliegen, wie SP-Co-Präsidentin und -Nationalrätin Mattea Meyer sagt. Die Verantwortung für die Aktion trügen dennoch die Jungsozialisten.