Statistik
Fahrzeit und Steuerfuss beeinflussen Zürcher Bodenpreise

An zentralen Lagen der Stadt sind Grundstücke zehnmal so teuer wie im Tösstal.

Marco Huwyler
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Nebst der Fahrzeit spielt auch der Steuerfuss eine Rolle bei den Bodenpreisen. (Bild: Stadt Zürich von oben. Flugaufnahme aus einem Helikopter der Rega.)

Nebst der Fahrzeit spielt auch der Steuerfuss eine Rolle bei den Bodenpreisen. (Bild: Stadt Zürich von oben. Flugaufnahme aus einem Helikopter der Rega.)

Lorenz Frischknecht

Die Unterschiede in den Wohnbaulandpreisen im Kanton Zürich sind gross. Ein vom kantonalen Statistischen Amt entwickeltes Bodenpreismodell macht nun ersichtlich, wovon die Bodenpreise für Wohnbauland abhängen.

Es zeigt, dass die Quadratmeterpreise an zentralen Lagen der Stadt Zürich rund zehnmal höher sind als im Tösstal oder im Weinland. Wodurch die Bodenpreise und damit auch die Wohnkosten sonst noch beeinflusst werden, zeigt die aktuelle Publikation des Statistischen Amts.

Die weitaus wichtigste Einflussgrösse auf den Bodenpreis ist die zeitliche Entfernung zur Stadt Zürich. Je länger man braucht, um das Zentrum der Kantonshauptstadt zu erreichen, desto tiefer sind die Landpreise. Für eine Wohnung an zentraler Lage, mit kurzer Pendelzeit zum Arbeitsplatz, sind viele bereit, einen Aufpreis zu bezahlen, der sich in den Bodenpreisen niederschlägt.

3000

Franken und mehr zahlt man pro Quadratmeter an den zentralsten Wohnlagen Zürichs, etwa im Seefeld.

Der Preis für einen Quadratmeter Wohnbauland nimmt bei einer 10-prozentigen Zunahme der Fahrzeit nach Zürich um etwa 4,8 Prozent ab. Im Tösstal (Fischenthal) oder im Weinland (Waltalingen) zahlte man so 2015 rund 300 Franken pro Quadratmeter, während an den zentralsten Wohnlagen Zürichs, etwa im Seefeld, Bodenpreise von über 3000 Franken pro Quadratmeter bezahlt wurden.

Tiefer Bodenpreis, hoher Steuerfuss

Wo die Einwohnenden von einem tiefen Steuerfuss profitieren, sind dafür die Bodenpreise höher: Fünf Steuerfusspunkte weniger bezahlen sie mit etwa 2,4 Prozent höheren Landpreisen. Hoch ist die Zahlungsbereitschaft auch für Grundstücke in Zürichseenähe und für solche mit guter See- oder Fernsicht. An den besten Lagen der stadtnahen Seeanrainergemeinden, wie Kilchberg und Rüschlikon am linken, sowie Zollikon, Küsnacht oder Erlenbach am rechten Zürichseeufer, spielen alle Faktoren mit. Für Wohnbauland bezahlt man dort fast so hohe Preise, wie an den besten Lagen im Zentrum der Stadt Zürich, das heisst um die 2500 Franken pro Quadratmeter. In weniger lagebegünstigten, aber etwa gleich weit von Zürich entfernten Gemeinden wie Adliswil, Wallisellen oder Schlieren, liegen die Landpreise zwischen 1100 und 1400 Franken pro Quadratmeter – und damit deutlich niedriger.

Beeinflusst werden die Wohnbaulandpreise auch durch zahlreiche weitere Lageeigenschaften. Die Nähe zu Arbeitsplatzkonzentrationen, Schulen und Einkaufsmöglichkeiten erhöht die Preise, ebenso wie eine gute öV-Anbindung oder eine geringe Lärmbelastung.