Prostitution

Fachstellen und SVP kritisieren die Sexboxen für Prostituierte

Die vom Stadtrat geplanten Massnahmen zur Regelung der Prostitution riefen Kritik hervor.  (Archiv/Keystone)

Die vom Stadtrat geplanten Massnahmen zur Regelung der Prostitution riefen Kritik hervor. (Archiv/Keystone)

Die von Stadtrat geplanten Massnahmen zur Regelung der Prostitution in Zürich riefen gestern teils kritische Reaktionen hervor. Argumentiert wird vor allem mit den Erfahrungen, die im Ausland mit den Sexboxen gemacht wurden.

Die Fachstelle Frauenhandel und Frauenmigration (FIZ), die Zürcher Stadtmission und die Zürcher Aidshilfe begrüssen in ihrem Communiqué, dass der Stadtrat Prostitution als legale Tätigkeit anerkenne. Zum geplanten Strichplatz mit Verrichtungsboxen sagte Regula Rother, Leiterin der Stadtmission, die eine Beratungsstelle für Prostituierte führt: «Das ist sicherer, als wenn Freier irgendwo mit dem Auto hinfahren. Aber ob das der Ort für Sex ist, den sich Freier wünschen?»

Erhebliche Anstrengungen der Stadt

Erfahrungen in Deutschland hätten zudem gezeigt, dass Zuhälter solche Boxen unter ihre Kontrolle brachten. Es werde erhebliche Anstrengungen der Stadt brauchen, um dies zu verhindern. Die geplante Bewilligungspflicht für Prostituierte lehnen die Fachstellen ab. Ebenso die polizeilichen Abklärungen, ob Prostituierte selbstständig seien. Beides werde viele Frauen in die Illegalität treiben und so ihre Arbeitsbedingungen verschlechtern. Zudem werden Sex-Salonbetreiber aus Sicht der Fachstellen zu wenig in die Pflicht genommen. Hier gelte es anzusetzen, um gute Arbeitsbedingungen für Prostituierte durchzusetzen.

«Im Ausland keine grosse Akzeptanz»

Der Stadtzürcher SVP hingegen gehen die geplanten staatlichen Eingriffe ins Sexgewerbe zu weit. Dass das Sihlquai aus dem Strichplan genommen wird, begrüsst die SVP. Dass das Niederdorf darin belassen wird, sei jedoch unverständlich. Zudem zeigten Erfahrungen aus dem Ausland, dass «Sexboxen bei Freiern keine grosse Akzeptanz geniessen.»

«Sex in Boxen statt auf der Strasse ist die bessere Lösung», findet die kantonale CVP. «Doch es genügt nicht, wenn die Stadt Zürich alleine wurstelt.» Das kantonale Amt für Wirtschaft und Arbeit müsse seine «Ist-mir-egal-Haltung» ablegen, um die Frauen besser zu schützen. SP und GLP erklärten sich mit der stadträtlichen Stossrichtung zufrieden. (mts)

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