Multikopter
Eye in the sky: Fotodrohnen sollen bei Unfallsituationen helfen

Der Unfalltechnische Dienst der Stadtpolizei Zürich und die Dienstabteilung Geomatik und Vermessung (GeoZ) verwenden künftig einen Multikopter. Das Fluggerät wird zur Unfallfotografie und für Vermessungszwecke eingesetzt.

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Unfallfotografie
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Bei Demonstrationen und Veranstaltungen darf das dreieinhalb Kilogramm schwere Luftfahrzeug gemäss Dienstanweisung der Stapo nicht eingesetzt werden.
Künftig soll er bei Verkehrsunfällen für die Unfallfotografie eingesetzt werden...
...aber auch für Vermessungszwecke dienen.
Mit der Drohne will die Stapo insbesondere bei Unfällen rasch Luftaufnahmen schiessen.
Der Test fand in der Nähe des Albisgüetli statt.

Unfallfotografie

Oliver Graf

Weder die Stadtpolizei Zürich noch GeoZ besassen bis jetzt technische Geräte, die Luftaufnahmen ermöglichten. Im Sommer 2013 wurde zu diesem Zweck ein Multikopter getestet. Aufgrund der positiven Testergebnisse wurde im Oktober 2013 entschieden, einen Multikopter sowie ein Trainingsmodell anzuschaffen, wie die Stadtpolizei am Dienstag in einer Medienmitteilung schreibt. Die beiden Geräte samt Fernsteuerung und Software würden rund 60 000 Franken kosten.

Neue Möglichkeiten für den Unfalltechnischen Dienst der Stadtpolizei

Der Unfalltechnische Dienst der Stadtpolizei Zürich (UTD) wird den Multikopter als fliegenden Fotoapparat bei grösseren Unfallsituationen und Schadenplätzen einsetzen. Da der UTD aufgrund seiner weitreichenden technischen Möglichkeiten, insbesondere im Bereich 3-D-Fotografie und Geländemodelle, in der gesamten Schweiz Einsätze in Zusammenarbeit mit dem Forensischen Institut Zürich leistet, werde je nach Fall auch der Einsatz des Multikopters ausserhalb des Kantons Zürich geprüft. Die gewonnenen Übersichtsaufnahmen würden dazu dienen, Verkehrsunfälle und Geschehensabläufe noch genauer zu dokumentieren. Zudem erfolge die bildliche Dokumentation mit dem Multikopter wesentlich schneller und effizienter. Das neue Gerät werde auch bei Arbeits- und Bauunfällen sowie bei schwer zugänglichen und gefährlich zu betretenden Örtlichkeiten zum Einsatz kommen.

Kostengünstigere und raschere Vermessung schwerzugänglicher Orte

Dank des Multikopters könne GeoZ auch schwer zugängliche Gebiete wie Ufer, Hang- und Rutschgebiete rasch und sicher vermessen. Auch Luftbilder für die gezielte Nachführung einzelner Gebäude für das 3-D-Stadtmodell würden unkompliziert und effizient gemacht werden. Da der Multikopter nicht nur mit Laserscannern oder Fotokameras bestückt werden könne, sei künftig eine Erweiterung der Einsatzzwecke denkbar, zum Beispiel Schall- und Schadstoffmessungen.

Klar definierter Einsatzzweck

Der Datenschutzbeauftragte der Stadt Zürich ist in das Projekt involviert und hält es für unbedenklich. Die Einsätze des Multikopters seien bei GeoZ in einem Reglement und bei der Stadtpolizei in einer Dienstanweisung abschliessend geregelt. Der Multikopter werde nicht im Rahmen von Demonstrationen, Festen und Veranstaltungen oder zur Beobachtung bzw. Überwachung von Personen verwendet. In Ausnahmefällen dürfe der Multikopter bei Sonderlagen wie Geiselnahmen oder Entführungen eingesetzt werden, wenn es der Kommandant oder seine Stellvertretung anordne.

Der Multikopter werde nur von einem klar definierten und ausgebildeten Anwenderkreis bedient. Diese Personen würden regelmässig mit dem Trainingsmodell trainieren.