«Ich war enttäuscht und frustriert», hatte der heute 38-jährige Professor bei der Verhandlung im letzten November vor dem Bezirksgericht Zürich eingestanden. Der Wissenschaftler hatte vor drei Jahren beim Akademischen Sportverband Zürich eine um acht Jahre jüngere Kindergärtnerin kennen gelernt und sich in die Frau verliebt.

Als die Pädagogin die Annäherungsversuche ihres Verehrers immer wieder abblockte, kam es zu Zwischenfällen. Unter anderem belästigte er sie laut Anklage und schwärzte sie auch an ihrem Arbeitsplatz an.

Die Staatsanwaltschaft verlangte eine hohe bedingte Geldstrafe von über 30'000 Franken. Die Verteidigung forderte einen vollen Freispruch.

Nur in einem Fall schuldig

Das Gericht sprach den Angeklagten von mehreren Nötigungsvorwürfen sowie vom Anklagepunkt der mehrfachen sexuellen Belästigungen frei. In einem einzigen Fall nahm es hingegen eine versuchte Nötigung an. Es handelte sich um einen Vorfall, bei dem der Professor die Geschädigte zwingen wollte, die Identität ihres Freundes preis zu geben.

Die Gerichtskosten von über 5000 Franken soll der Wissenschaftler tragen. Zudem wurde er verpflichtet, der Frau eine Prozessentschädigung von 26'800 Franken zu bezahlen. Für eine ungerechtfertigte Verhaftung erhält der Deutsche ein Schmerzensgeld von 500 Franken. Der verurteilte Wissenschaftler arbeitet heute nach einer mehrjährigen Tätigkeit an der Universität Zürich wieder in Deutschland.