Der 38-Jährige hatte erst vor zwei Jahren von der EVP zur SP gewechselt, dies in Absprache mit den beiden Parteien. Gemäss SP-Co-Parteipräsident Christoph Baumann hatte die SP seither Bunjaku die Möglichkeit gegeben, sich in der Partei zu engagieren, etwa im Parteivorstand der SP Bezirk Winterthur und im Vorstand einer Sektion.

Bunjaku habe aber kaum Termine wahrnehmen können und auch nicht auf Mails reagiert, bestätigte Baumann eine Meldung der Zeitung "Der Landbote" vom Freitag. "Wir hätten gerne an der Vertrauensbasis gearbeitet, doch leider haben sich seine Ziele nicht mit denjenigen der SP getroffen."

Die SP setzte Bunjaku deshalb nicht auf ihre 60-köpfige Liste für den Grossen Gemeinderat. Der Unternehmer mit albanischen Wurzeln, der sich für Integration einsetzt und gegen Radikalisierung kämpft, zog daraus die Konsequenzen und trat vergangene Woche erneut aus der SP aus - bei der er bereits vor über zehn Jahren kurz Mitglied war.

Er gebe alle Parteiämter ab, bleibe aber noch bis Sommer 2018 Kreisschulpfleger Seen-Mattenbach, sagte Bunjaku auf Anfrage. Der 38-Jährige will nun als Parteiloser für den Stadtrat kandidieren und eine Liste für den Grossen Gemeinderat aufstellen. Sein Parteiprogramm werde nun von der Gesellschaft diktiert.

Stadtpräsident Künzle nominiert

Das Kandidatenkarussell für die Winterthurer Stadtratswahlen ist damit komplett. So hat am Donnerstagabend noch als letzte Partei die CVP Stadt Winterthur an ihrer Mitgliederversammlung einstimmig ihren bisherigen Stadtpräsidenten für eine weitere Amtsdauer nominiert.

Michael Künzle ist seit 2012 Stadtpräsident. Winterthur soll mit Künzle als Stadtpräsident weiter eine Stadt mit sehr hoher Lebensqualität sein, wie es in einer Mitteilung vom Freitag heisst.

Der siebenköpfige Winterthurer Stadtrat besteht heute aus je zwei Mitgliedern von FDP und SP sowie einem von CVP, SVP und Grünen. Wie die CVP treten die FDP, die SVP und die Grünen bei den Winterthurer Erneuerungswahlen ebenfalls mit ihren bisherigen Stadträten an.

Die SP geht mit einem Dreierticket in den Wahlkampf: Sie hat neben ihren beiden bisherigen Stadträten auch noch die ehemalige Gemeinderatspräsidentin und langjährige Gemeinderätin Christa Meier nominiert.